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Die Gier des Auges

Von Daria Zueva

Die Gier des Auges

Es ist kalt auf den Straßen von Russland. Ein Mann namens Leotrim bekam drei Frauen zur Auswahl und eine davon sollte er als Ehefau wählen. Diese Entscheidung war auch nicht mehr rückgängig zu machen. Er wählte aus Gier seiner Augen die Schönste von allen. Leotrim nahm Svetlana. Es vergingen Jahre und Leotrim berreute diese Entscheidung zu tiefst. Svetlana konnte den Haushalt nicht führen, war kaltherzig und böse. Eine Zeit lang ist Leotrim sehr krank gewesen und sie verließ ihn und kam erst wieder als er gesund war. Ihr einziges Interesse im Leben war ihre eigene Schönheit. Von morgens bis abends betrachtete sie sich nur im Spiegel. Svetlana besaß keinen Glauben und konnte Leotrim auch keine Kinder schenken. Eines nachts ging Leotrim bei minus dreißig Grad ging in die Tiefe eines Waldes und kniete sich vor Gott nieder. Er weinte, fasste sich an den Kopf und bat um Erlösung und Vergebung. Er sagte: ,,Ich flehe dich an, befreie mich von dieser Last. Ich kann nicht mit Svetlana leben.“ Leotrim fiel zu Boden und wollte sich im tiefen Schnee versenken lassen. Plötzlich kam eine angenehme Stimme vom Himmel und sprach: ,,Mein Sohn, ich gewähre dir deine einzige und letzte Chance im Leben. Ich befreie dich von deinem Leid mit deiner Ehefrau. Ich entferne sie als den Namen deiner Ehefrau und werde sie nicht als deine Sünde aufnehmen. Begebe dich auf eine Reise, die durch Kasachstan, Usbekistan und Armenien geht. Dir werden auf deinem Weg viele Frauen und Sünden begegnen. Bewahre dich davor, denn alles ist eine Prüfung. Du kannst dich auf russisch verständigen. Suche die einzig Wahre. Die, die dich lieben wird und die Einzige, die du lieben kannst. Kehre in genau einem Jahr an diesen Ort zurück und nenne mir ihren Namen. Solltest du dich aber irren, so verbanne ich dich auf ewige Ehe mit Svetlana und mache dich zum Träger ihrer Sünden. So entscheide dich, mein Sohn.“ Leotrim nahm diese Chance. Er ging zu seinem Haus, bereitete sich auf die Reise vor und packte all sein Vermögen mit ein. Am nächten Tag ging er zu seinen Eltern um sich zu verabschieden. Zum Abschied gab sein Vater ihm einen alten verrosteten Ring mit. Er sah ihn an und sagte ihm, dass die Richtige in diesem Ring das wundervollste dieser Welt sehen wird. Leotrim war sehr über die Worte seines Vaters verwundert, da er ihm nichts von seinem Vorhaben erzählte. Leotrim begann dann seine große Reise. Er ritt mit seinem Pferd nach Kasachstan. In Tscharsk angekommen hielt er an einer Gaststätte an um ersteinmal eine Bleibe zu haben. Er fragte die Leute herum, wo es den gute Frauen gibt. Viele Väter boten Leotrim seine Töchter an, weil er ein Mann mit viel Geld war. Leotrim sah in keiner dieser Frauen, die er zum Anschau bekam, seine Wahre. Einen Monat lang verblieb er in dieser Stadt. Er ritt weiter in andere große Städte Kasachstans. Keine einzige konnte sein Herz treffen. Es vergingen drei Monate und der Winter nahm sein Ende zu. Am Abend seiner Abreise aus Kasachstan ging er noch in einen kleinen Wald entlang einen Sees spazieren um letzte Eindrücke des schönen Winters zu sammeln. Plötzlich hörte er laute weibliche Schreie. Ein junges Mädchen ist vor ihm nieder gefallen und weinte bitterlich. Das Mädchen war bedeckt von blauen Flecken, trug zerrißene Kleidung und hatte viele Narben am Körper und im Gesicht. Das Mädchen sagte mit ihrer zarten weinerlichen Stimme: ;, Bitte lieber Mann, hefen Sie mir. Mein name ist Ariana und mein Vater ist mir seinen Männern auf der Suche nach mir. Er wollte das ich den ekligen alten Nachbarn heirate und übergab mich ihm. Dieser nahm mich sofort nach der Trauung mit Gewalt ins Schlafzimmer um mir meine Ehre zu nehmen. Ich schlug auf ihn ein floh durch ein offenes Fenster. Ich flehe Sie an, bitte helfen Sie mir.“ Darauf hin kamen auch viele Männer auf die beiden zu, darunter auch der Vater von Ariana. Der Vater hob Ariana am Nacken hoch, schlug ihr ins Gesicht und rief: ,,Du Miststück wolltest mir mein fettes Rind verspielen aber jetzt haben wir dich und du wirst büßen.“ Leotrim entriss das Mädchen aus den Armen ihres Vaters und sagte; ,,Mein Herr, dein Nachbar gab dir nur ein Rind für dieses Mädchen. Ich gebe dir aber einen so großen Teil meines Vermögens, dass es dir für zehn Rinder reicht.“ Der Vater begann zu lächeln und konnte sein Glück nicht fassen. Er glaube nicht, dass jemand wie Leotrim ihm so ein Angebot für seine für ihn werlose Tochter machte. Leotrim hielt sein Wort und der Vater überreichte Ariana ihm. Leotrim musste über die Hälfte seines Vermögens hergeben, sodass ihm nur ein kleiner Teil zum Überleben übrieg blieb. Die beiden verließen Kasachstan zusammen und begaben sich in Richtung Usbekistan. Leotrim hatte nicht vor, Ariana mit auf seine Reise zu nehmen. In Usbekistan angekommen sagte er ihr, dass er ihr ihre Freiheit schenkt und sie hingehen kann, wo ihr nach Verlangen ist. Ariana verstand die Situation nicht und antwortete ihm vorlaut: ,,Du gabst so viel deines Vermögens für mich her und jetzt lässt du mich einfach gehen ohne einen Nutzen aus mir zu ziehen?“ Leotrim antwortete ihr mit einer liebevollen Stimme: ,,Ich habe dich nicht gekauft, um einen Nutzen aus dir zu ziehen. Ich sah dein Leid und wollte dir helfen. Ich sehe du bist sehr rein und auch noch sehr jung. Ich schenke dir die Freiheit, Ariana. Geh und suche dein Glück aber ich muss meine Reise fortsetzen.“ Er ließ sie stehen und ging weiter. Er fand eine Unterkunft und suchte Arbeit. Nicht weit weg gab ihm ein reicher Mann eine Arbeit als Gärtner in seinem großen Haus. Er hatte die Aufgabe den Garten in Ordnung zu halten und die Blumen zu pflegen. Eines Tages als er gerade dabei war die Blumen zu gießen, kam die wunderschöne Tochter des Mannes in den Garten. Er war fasziniert von ihrer Inteligenz und ihrer Schönheit. Am Abend als er nach einer schönen Unterhaltung mit Ruslana nach Hause ging und in seinen Gedanken nur ihre Schönheit schwebte, entdeckte er am Ende des Weges Ariana, die mit zwei Jungs kämpfte. Beide verprügelten sie aber sie versuchte trotzdem sich durchzukämpfen. Leotrim rannte sofort hin und verscheuchte die beiden Jungen. Er war sauer, weil sie ihm gefolgt ist und fragte, warum sie hier sei. Sie sagte, dass sie nicht wusste, wohin sie gehen sollte und das sie kein zu Hause mehr hat. Er nahm sie mit in seine Unterkuft und erlaubte bei ihm zu bleiben. Sie sollte das Zimmer rein halten. Leotrim ging sehr gerne zu seiner Arbeit, weil dort die schöne Ruslana auch war. Er hatte sich in sie verliebt und beschloss um ihre Hand anzuhalten. Am Abend als er Ruslana fragen wollte und sie spazieren gingen, kam eine sehr alte Dame ihnen entgegen und fragte nach Geld. Ruslana verscheuchte sie und sagte, dass sie armen nichts gäbe. Leotrim konnte ihre Kaltherzigkeit nicht fassen und rannte der armen Dame hinterher um ihr Geld zu geben. Er merkte Ruslana ist doch nicht die Richtige und ließ sie stehen. Am nächten Tag reiste er mit Ariana ab und die beiden zogen weiter in eine andere große Stadt Usbekistans. Sie suchten eine Bleibe aber fanden keine. Beide mussten über freiem Himmel schlafen. Leotrim vertraute Ariana seine Ängste und Gedanken an. Sie hörte ihm aufmerksam zu. Am Morgen ging er in den Stadt herum und suchte aufmerksam nach einer guten Frau. Er machte viele Bekanntschaften und hatte unzählige Treffen. Doch keine eroberte sein Herz. Mittlerweile war es Herbst. Die ersten bunten Blätter sind gefallen. Leotrim rannte die Zeit davon. Er musste seine Reise nach Armenien fortsetzen. Doch er nahm Ariana nicht mit. Er fand eine alte Frau, dei der er sie in guten Händen zurück lassen konnte. Er sagte ihr zum Abschied: ,,Ich danke dir für deine Hilfe meine ganze Reise lang. Ich werde dich niemals vergessen. Bleibe bei dieser Dame. Sie ist sehr krank. Sei ihr eine Hilfe.“ Sie sagte ihm, dass sie seine Worte befolgen wird. Er verließ sie und ging fort. Als er einen kleinen Teil des Weges hinter sich hatte sah er von weitem Ariana auf ihn zu Laufen. Sie gab ihm den Ring, den er vergessen hatte bei ihr. Leotrim bedankte sich. Sie verabschiedeten sich nochmal und er ging weiter Richtung Armenien. Im Ring steckte eine kleine Notiz durch die Ariana ihm noch schrieb. Er faltete den kleinen Zettel auf und dort stand: ,,Wie kann man nur so etwas schönes vergessen, Leotrim. Pass auf dich und vorallem auf deine Sachen auf.“ Er musste lächeln. In Armenien angekommen fand er eine Unterkunft bei einem Heeren, der ganze fünfzehn Töchter hatte. Er war von den ganzen Schönheiten beeindruckt. Leotrim lernte jedes einzelne Mädchen kennen. Doch alle hatten etwas, was ihm nicht gefallen hat. Er war verzweifelt. Ihm blieben nur noch ein paar Tage, bis seine Zeit ablief. Er ging auf einen Berg um Nachzudenken, doch neben ihm war niemand mir dem er seine Gedanken teilen konnte. Er holteden kleinen Zettel aus seiner Tasche, den ihm Ariana schrieb. Er dachte an die Worte seines Vater und plötzlich wurde ihm klar, dass Ariana die einzig Wahre war. Er schrie: ,,Oh ein Idiot bin ich gewesen, Gott. Sie war die ganze Zeit neben mir und ich merkte nichts“. Es war mitten in der Nacht aber er nahm sich ein Pferd und ritt sofort zurück zum Ort, wo er Ariana verließ. Als er ankam, fand er niemandem in dem Haus der alten Dame. Die Nachbarn erzählten ihm, dass die Dame verstarb und Ariana spurlos verschwand. Er fing an alle Orte abzusuchen, durchging alle Wälder und alle Gebiete in denen er gewesen war. Er fand keine Spur von Ariana. Er ist sehr traurig gewesen, denn seine Zeit war abgelaufen. Es verging genau ein Jahr und er hat es nicht geschafft. Er ging zu seiner Heimatstadt zurück und stand an dem Ort, wo er vor einem Jahr in diesem Wald auf Gott traf. Er ging in die Tiefe des Waldes und dachte sich, wie er nun vor Gott treten soll. Er ging immer weiter und sah ein Licht. Er sah genauer hin. Er sah Ariana, die am Beten war. Er hörte sie reden: ,,Oh lieber Gott, ich vermisse ihn. Ich hoffe er ist jetzt glücklich da, wo er ist.“ Leotrim rannte zu Ariana und schloss sie ganz fest in die Arme und sagte:,, Meine liebe Ariana. Es tut mir leid ich bin blind gewesen, dass ich dich nicht bemerkt habe. Ich liebe dich.“ Es kam ein Licht vom Himmel und eine Stimme rief:,, Nenne mir ihren Namen!“. Leotrim hatte sich mit der Zeit verrechnet und es ist noch nicht zu spät gewesen. Er schrie:,, Ariana ist der Name meiner Ehefrau.“ Die Sterne am Himmel fingen an zu leuchten und Leotrim wusste, dass er die richtige Entscheidung getroffen hat.