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Liebe ist Liebe

von Lukas Köpp

Als ich die rote Brücke erblickte, die zwischen San Francisco und Marin County liegt, fühlte ich mich noch nicht weit, in diese Stadt zurückzukehren. Die Lautsprecheransage ertönte, dass wir in 2 Minuten landen. Oh, nee… ich bin nicht mal bereit, in diese Stadt zurückzukehren. Ich weiß nicht mal, was ich tun soll. Hmmm mein Herz setzt einen Schlag aus, ich würde stehen bleiben und nachsehen, wo ich eigentlich hin muss, aber ich kann jetzt nicht anhalten. Ich schlinge mir den Rucksack über die Schulter und folge einfach den Leuten, die mit mir aus dem Flieger gestiegen sind. Doch mit jedem einzelnen Schritt verstärkt sich das flaue Gefühl in meinem Magen. Und mir wird immer mehr bewusst, dass ich eigentlich nicht hierher kommen hätte dürfen. Verdammt!Im Vorbeigehen sehe ich verstohlene Blicke auf die vielen Schilder und schnappe verschiedene Nachnamen auf. Doch der Gedanke ist schon bald wieder vergessen, denn plötzlich fällt mein Blick auf ein Plakat, das meine Aufmerksamkeit erregt. Klar, weil da nämlich mit schwarzem Edding mein Name draufgeschmiert ist, und zwar irre schief!Und in dem Moment sehe ich sie. Mama!Sie grinst und sie drückt mich unbeholfen mit einem Arm an sich. „Schön, dich zu sehen, Emma“ sagt sie lächelnd, während sie mich mit einer automatischen Bewegung auffängt  und stürzt. „Du hast dich kaum verändert. Wie geht es Dir so?“ fragte sie mich. „Mir geht’s gut, danke, Mama.“. Und damit ist unser Gespräch auch schon fast wieder beendet. Das Problem ist, dass es nicht viel gibt, worüber wir reden können; wir sind beide keine großen Plaudertaschen. 

Die Stadt hat sich nicht verändert, die alte gelbe Tram, die über den Berg fährt. Als ich das Fenster öffne, rieche ich den Geruch frisch gerösteten Kaffees, ahhh wie ich es liebe. Außerdem gibt es viele coole Cafés hier. Die Menschen, die sehr bunt und kreativ sind, entspannen sich auf der Terrasse und sehen sehr sympathisch aus und ihr Leben wirkt so einfach. Dann sind wir endlich bei Mamas Haus. Sie wohnt noch immer in dem kleinen Haus mit den drei Zimmern plus Küche, das sie und mein Vater zu Anfang ihrer Ehe gekauft hatten. Wir müssen mal nur einmal laufen, um mein ganzes Zeug nach oben zu bringen. Ich bekomme wieder mein altes Zimmer, das zur Straßenseite liegt. Der Holzboden, die hellrosa Wänden, die schräge Decke und die dunkle Spitzengardinen an den Fenstern. Das Zimmer ist übersät mit Sachen, mit denen ich in meiner Kindheit aufgewachsen bin und die ich am liebsten sofort loswerden würde. Ich bin nicht in Stimmung für ein Gespräch mit Mama und hebe mir das besser für später auf, für den nächsten Tag.

Ich schlafe nicht gut in dieser Nacht. Hm, ich denke wohl zu viel nach. Ich gehe ins Bad, um den gestrigen Reisetag von meinem Körper zu waschen. Ich betrachte mein Gesicht im Spiegel. Hmm, vielleicht liegt es am Licht.  Ich sehe so blass und muss mir eingestehen, dass ich mir etwas vormache. Mit ein bisschen Farbe könnte ich durchaus hübsch aussehen. Das Frühstück mit Mama verläuft still. Ich bin kein Morgenmensch. Meine Mama fährt schon los zur Arbeit, sie meint, dass ich mit dem gelben Schulbus fahren muss. WTF! Das kann doch nicht wahr sein, dass ich mit diesem Schulbus fahren muss. Damn!Wie sehr ich meinen Vater vermisse! Jeden Tag hat er mich zur Schule gebracht! Und das, obwohl er einen stressigen Job hatte! Oh nee, alle glotzen mich an, als ob ich von einem anderen Planet käme. Sehe ich aus wie ein Alien? Lass sie doch gucken – ist doch egal. Die Fahrt war nicht so lang, wie ich gedacht habe, Gott sei Dank! Ok, in der Schule angekommen, habe ich gar nicht bemerkt, wie groß das Gelände ist. Was ich sehr interessant finde ist, Leute zu beobachten… wie sie aussehen oder was sie tun. Es gibt ganz unterschiedliche Gruppen: Emo, Nerd, Tussi, Asozial, Bad Boy usw. Oh nee! Was mir Sorgen macht ist, dass ich mich keiner dieser Gruppen anpassen könnte. Werde ich Freunde finden?  Ich gehe zum Eingang und hole tief Luft, bevor ich die Tür öffne. Das Sekretariat ist klein, hinter dem Empfangstresen stehen zwei Schreibtische, und an einem sitzt eine kleine, blauhaarige Frau mit Brille. Sie blickt auf: „Kann ich dir helfen?“. Ich teile ihr meinen Namen mit und sie kramt in einer ihrer Unterlagen herum, bis sie fündig wird: „Hier, dein Stundenplan. Naomi kommt gleich zu dir, Moment.” Häää? Wer bitte? Woher soll ich sie kennen? „Na, Neue? Du bist wohl Emma?“ ruft eine weibliche Stimme hinter meinem Rücken. Als ich mich umdrehe, leuchtet sie mich nur an. Ihre grünen Augen leuchten sooo grün!, ihre weißen Zähne sooo weiß, die goldenen Piercings an ihrem linken Ohr sooo gold. Ihr Gesicht verströmt einen besonderen Zauber. Ahhh,natürlich ist es unhöflich, sie so lang anzustarren. Wie lange war es? Hmmm!„Oh ja, das bin ich. Und du bist wohl Naomi?” lächle ich. „Perfekt, herzlich willkommen in der Golden High School! Ich zeige dir, wohin du gehen sollst,“ lächelt sie mich an. Sie zeigt mir überall in der Schule, wie toll diese ist. Als wir im Flur anhalten, sagt sie: „Nun, hier gegenüber ist der Raum, in dem du jetzt Chemieunterricht hast. Viel Spaß und ich hoffe, Dich bald wieder zu sehen.“ Oh, wie nett von ihr. Ich kann mir vorstellen, mich mit ihr anzufreunden. Puuh!  Ich bin erleichtert, dass ich mich nicht mit einer dieser fremden Gruppen anfreunden muss. Als ich reingehe, ruft mich die blonde Lehrerin mit Bobfrisur und roter Brille: „Sie sind zu spät, und das auch noch zu Ihrer ersten Chemiestunde!“. Oh, sie ist wirklich streng, so streng!  Sie befiehlt: „Setzen Sie sich an den ersten Labortisch!“ Dort sitzt ein Junge mit dunklen Haaren und einer Frisur wie ähm… Justin Bieber! Als ich mich mit einem Lächeln hinsetze, flüstert er mir zu: „Alter, bist du neu hier?“ Alter? Kann er nicht vernünftig mit mir reden? „Ich nehme an, Sie beide stellen sich schon vor. Noah, er ist Ihr Chemiepartner des Schuljahres“, sagt die Chemielehrerin klar und deutlich. Er? Justin Bieber? Für den Rest des Schuljahres? Hilfe! Das ist dermaßen daneben. „Sie müssen Ihren Partner nicht mögen“, grinst die Lehrerin. Sie gibt uns erneut eine Info: „Sie müssen das Projekt auch außerhalb der Schule durchführen. Das heißt, Ihre Sorge ist es nun, wie Sie sich treffen können. Nächste Woche möchte ich Ihr Ergebnis sehen.“ Nächste Woche? Außerhalb der Schule? Mich mit ihm treffen? WTF!  Er fragt mich: „Also, Neue. Wollen wir heute ins Café gehen? Damit wir unser Projekt bearbeiten können!“ Nicht schon wieder dieses Wort,Neue, aber ich hätte nicht erwartet, dass er das Projekt ernst nimmt. Und das ist doch gut, oder nicht? Ich nicke und gehe raus, als der Unterricht endet. Ich habe mich wieder so in meine alte Heimat verliebt und während ich so spazieren gehe, entdecke ich viele bunte Läden, die Verschiedenes verkaufen. Ich sehe auch viele Regenbogenfahnen und mir fällt auch auf, dass viele Paare, die beide Frauen oder beide Männer sind, sich an den Händen halten. In meinem vorherigen Wohnort gab es kaum so etwas. Ich erblicke Noah, der schon am Tisch sitzt und sich bereits mit etwas beschäftigt. Ich hätte wirklich nicht erwartet, dass er das Projekt wirklich ernst nimmt. Stattdessen habe ich mir ein Vorurteil gegenüber ihm erlaubt. Ok, als er mich sieht, lächelt er und sagt mir, dass er einen Kaffee für mich bestellt hat. Das ist …just cute! Wir haben viel für das Projekt gearbeitet, welches mich auch sehr langweilt, es scheint für ihn aber interessant zu sein. Wir beginnen ein privates Gespräch. Er spricht darüber, dass er unglücklich in einer reichen Familie aufgewachsen ist. So langsam kommen wir langsam miteinander aus. Schon am ersten Tag? Später gehen wir wieder an die frische Luft, essen irgendwas von einem afrikanischen Strassenverkäufer. Köstlich!  Irgendwie sind wir uns näher gekommen und wir verstehen einander total gut. Er küsst mich plötzlich. Shit! Ich weiß nicht, was ich tun soll! Ich möchte ihn in keiner Weise verletzen. Warum empfinde ich gar nichts dabei? Liegt es daran, dass ich unerfahren bin? Er ist schließlich der Erste, den ich küsse. Vielleicht sollte ich erstmal abwarten.

Wir treffen uns jeden Tag, wir machen viel zusammen und wir reden viel. Das einzige Problem ist immer noch, dass ich gar nichts für ihn empfinde, gar nichts! Das macht mir Sorgen … ich frage mich häufig, warum ich nichts empfinde. Liegt es an ihm oder an mir? Hm. Ich sitze hier auf dem Schulhof und denke darüber nach. ”Alles ok, Emma?“ fragt eine weibliche Stimme hinter mir. Wer kann das wohl sein? Als ich mich umdrehe –  ahhh Naomi! Ihr fürsorgliches Gesicht ist aber sympathisch! Ich nicke und versuche, meine Tränen zu unterdrücken. Ich will nicht von meinem Problem erzählen, das wäre mir sehr peinlich, wenn sie es erfährt. Sie grinst und fragt mich spontan, ob ich mit ihr zum Gebärdensprachkurs gehen möchte. Gebärdensprache lernen?Das hört sich aufregend an. Außerdem bin ich froh, dass sie mich fragt, sonst bin ich hier ja einsam. Während wir zum Kurs gehen, sprechen wir über die Schule und darüber wie ich diese mag. Es scheint, dass sie eine neugierige Person ist und gerne mehr über mich wissen würde. Als wir im Kursraum sind, sieht uns der lustige Dozent und bringt uns zum Lächeln. Er kommuniziert mit uns in amerikanischer Gebärdensprache. Er hat einen großartigen Humor, auch wenn ich wenig verstehe. Naomi gebärdet irgendwie schon ziemlich flüssig und ich habe ein paar Gebärden gelernt, z.B. My name is E-M-M-A . Nach 2 Stunden lächelte ich viele und vergesse meine Gedenken. Wir gehen in ein Café und Milchshake trinken. Yummy! „Wollen wir nach Baker Beach? Es ist nicht weit von hier“, fragt sie mich wieder spontan. Ah, sie ist irgendwie erstaunt, als ich nachdenken muss. Ich meine, ich weiß nicht, was Baker Beach ist. Ist er bekannt? „Oh, sorry. Ich meine, ich war noch nie dort. Ich würde definitiv gerne mit dir gehen“, antworte ich mit einem Lächeln. Sie ist wieder erstaunt „Kann es doch nicht wahr sein? Es ist großartig. Du musst dorthin gehen! Komm schon, ich bin so aufgeregt, es dir zu zeigen“, jubelt sie. Oh, das ist süß, dass sie aufgeregt mit ihrem schönen Lächeln ist, es mir zu zeigen. Wir haben nur 10 Minuten, um den schmalen Weg mit Graffiti-Wänden zu gehen, und mein erster Blick ist die rote Brücke the golden Gate! Da ich von dieser roten Brücke sehr fasziniert bin, ist nicht nur diese Brücke, sondern auch der Geruch von Salzwasser und der Klang sehr beruhigend, als sich das Wasser kräuselt. Wir ziehen unsere Schuhe aus und gehen auf den weichen Sand. Die Felsen im Sand sehen so golden aus, der Himmel färbt sich orange-rot und es wird dunkler. Wir sitzen auf dem Felsen, um uns zu entspannen, schauen auf die Brücke und den Sonnenuntergang. Während wir uns setzen, lachen wir viel. „Wie hat es Dir gefallen?“ Fragt sie neugierig. „Es ist einfach großartig!“ Ich fühle mich immer noch bewundert, wie diese Stadt so schön ist. Als ihr linker Oberarm meinen Oberarm berührt, merke ich sofort das Gefühl, das ich nie gekannt habe. Ich weiß nicht mal was es ist? Was war es?  Ich spüre irgendwas, mir ist etwas wärmer, als ihre Ellbogen mein Schulter anliegt und ihre Gesicht wirkt so sympathisch mit ihren wunderschönen Zähne. Ich spüre was! Sie erzählt mir, wenn sie so traurig ist, sitzt sie am liebsten hier, um nachdenklich.Ich stimme ihr vollkommen zu. „Ähm … willst du mit mir schwimmen? Mir ist so warm“, lächelt sie. Schwimmen? Wir ziehen aus, lassen nur die Unterwäsche und rennen zum Wasser. Wir planschen … Oh mein Gott, wie kalt das Wasser ist! Sie zieht mich an und wir fallen unter Wasser. Die Berührung des Körpers zwischen uns wird immer häufiger, je glücklicher ich mich fühle. Mein Herz schlägt und schlägt immer wieder, wenn sie mich berührt. Plötzlich kommt unser Gesicht so nah und ich küsse sie einfach auf ihren Mund. WTF? Warum küsse ich sie? Was ist falsch mit mir? Aber irgendwie vergesse ich meinen Gedanken. Alles!Als wir uns küssen, spüre ich endlich verliebt, verliebt! Dann wachen wir auf und brechen unseren Kuss ab. Wir starrten uns nur geschockt an. Sie schwimmt zurück zum Strand, sie holt das Klamotten schnell ab und geht schnell weg. Oh mein Gott, was habe ich falsch gemacht? Warum habe ich sie geküsst? was ist mit mir los? Hmmm, aber es war ein schöner Moment. Das war die Zeit, die ich endlich spüren kann. Auf dem Heimweg muss ich viel nachdenken und den Rest der Nacht auch. Am nächsten Tag muss ich auch an Noah denken. Ich kann es ihm nicht mehr antun. Wenn wir uns küssen, fühle ich mich nicht verliebt. Nicht einmal! Er sieht einfach nur glücklich aus, ist auch langsam verrückt nach mir und sagt, wie nett ich bin. Hmmmm, mit Naomi fühlte ich mich aber. Ist es wahrscheinlich, dass ich eine Frau bin? Bin ich lesbisch?  Nun, mein Herz schlägt nicht einmal oder erotisches Gefühl, wenn ich bei ihm bin.Nicht mal! Ich möchte ihn in keiner Weise verletzen. Es tut einfach weh. Ach nein. Er kommt gerade zu mir. Er winkt und lächelt mir zu. Was sollte ich jetzt tun? Er küsst mich wieder, er berührt mein Talie, zieht langsam mein Unterhemd heraus und ich halte seinen Arm. Sein Gesicht ist verwirrt und fragt: „Geht es dir gut?“ Hmmm, soll ich es ihm jetzt sagen? Die Lüge ist keine Lösung.„Ehrlich gesagt, NEIN, ich kann es nicht mehr tun.“ Ich brülle und meine Träne beginnt. Scheiße „Was ist dein Problem ?, fragt er noch einmal.“ Ich glaube, ich mag dich nur als Freundschaft, weil ich keine Liebe in dir habe … ah, nein. Wenn ich ehrlich bin, glaube ich, dass ich eine Frau bin „, antworte ich. Er zieht sich zurück und schreit:“ Willst du mich veräppeln? Du Schlampe, du hättest es mir beim ersten Kuss sagen sollen, verdammt, du Lesbe! „.Er geht weg und meine Schultern stoßen. Huh? Das tut mir natürlich weh, was er mir kürzlich gesagt hat. Nicht schon wieder, dass ich missbrauche. Ich verliere beide, Naomi und Noah. Mama ist die einzige Chance, mich zu unterstützen. Ich brauche jemanden, mit dem ich reden kann, damit ich mich besser fühle. Aber was mich total Angst macht, ist das, was meine Mutter sagen würde. Ich traue ihr irgendwie nicht, sie hat beim Abendessen gesagt, dass sie eine Sünde findet, als sie das homosexuelle Paar sieht. Sie behauptet auch, dass es geschmacklos ist und dass Gott es nicht erschaffen hat. Hmmm Als ich zu Hause ankomme, sieht sie mich sofort an, während sie das Geschirr spült. Sie streckt sich, als sie mein Gesicht sieht, während ich heule. Ich habe kein gutes Gefühl hmmm Aber wenn ich schweige, funktioniert es auch nicht. Mir wurde oft gesagt wenn ich mit meinen Eltern eine Coming-Out mache, ist danach viel besser. Ich tut mein Beste und mein Herz rast sich schnell. „Mama, ich bin lesbisch“ sage ich nach kaum atmen direkt. Natürlich finde ich nicht fair, dass ich es meiner Mutter sagen muss, weil ich es ihr sowieso nicht sagen muss, wenn ich in einen Mann mag. Sie lächelt und bewegt sich, als sie nicht weiß, was sie tun soll. „Hör auf mit deinem albernen Witz“ grinst sie. Sie wird langsam ernst. „Aber natürlich meinst du es nicht ernst?“ Sie lächelt wieder und ihre Träne beginnt. Sie schreit: „Das kann nicht wahr sein, dein Vater hat dich so schlecht gezogen, es ist eine Sünde, und du schämst dich dafür, was Gott dich sieht, Schande über dich!“ Ich bin nur fasslos, einfach unglaublich, was mich sehr wütend macht. Ich schreie zurück. „Du kannst es nicht wagen, über meinen schönen Vater zu sagen! Du hast keine Ahnung, du bist nur eine einsame Hexe, die überhaupt nicht meine Mutter ist. Ich bin so froh dass ich meine Kindheit nicht mit dir verbringen muss. „Plötzlich schlägt sie mich meine Wange und sagt mir „ Du bist nicht mehr meine Tochter, du bist für mich gestorben“. Schlägt sie mich? Was würde die Moral dazu sagen? „Ich hasse dich“, schreie ich und renne weg. Ist es wirklich passiert? Ich kann es immer noch nicht glauben. Ich verstehe gar nichts. Überhaupt nicht! Warum kann sie nicht einfach akzeptieren, warum glaubt sie dieser beschissenen Religion, die nur negativ spricht und keinen Respekt, wen wir lieben. Überhaupt nicht!Ich frage mich, warum sie nicht verstehen können. Warum nicht? Ich dachte, es ist leicht zu verstehen, was Liebe bedeutet. In Wirklichkeit aber kaum. Das ist so … traurig! Noah, den ich gut verstehe, hasst mich. Mein Vater, der nicht mehr auf der Welt ist, kann ich nicht mit ihm sprechen, auch wenn ich ihn sehr brauche. Meine Mama, hat mich gerade verlassen und ich bin für sie gestorben. Naomi, die sich nicht meldet, ich weiß nicht, was ich falsch gemacht habe. Ich hätte sie nicht küssen sollen, verdammt! Ich habe niemanden, niemanden! Ich habe hier keine Freunde, niemanden. Ich kenne diese Stadt überhaupt nicht, ich bin hier so einsam. Einsam Ich laufe zurück zum Strand, wo ich mich ausruhen und nachdenken kann. Als ich auf dem Felsen sitze, auf dem wo Naomi und ich sitzen, denke ich nach, was ich tun soll.  Warum fällt es manchen Menschen so leicht?  Warum ist das bei mir so kompliziert?  Ich gehe auf den hohen Felsen und sehe, wie tief der Boden ist.  Ich weiß nicht, warum ich darüber nachdenke, ob ich springen soll.  Soll ich?  Aber es ist keine Lösung, wenn ich springe, oder?  Hmmm, als ich wieder eine weibliche Stimme hinter mir höre „Stop, hör auf. Setz dich bleiben, bitte.“  Als ich mich umdrehe, ist das wieder Naomi.  Sie weint und schreit „tut es nicht, bitte“ sie geht langsam zu mir.  Was mich sehr berührt, dass sie an mich denkt.  Sie fesselt mich sofort und reißt mich wieder auf den Boden.  Sie halt mich sofort an und flüstert mich mit „Es tut mir so leid“.  Wir heulen echt viel und ich erzähle sie, wie meine verdammte Situation ist.  Sie hört zu und es hat sie auch total erstreckt, als ich von meiner Mutter erzähle.  Aber mein Gefühl wird besser, besser, dass ich auf ihrer Seite bin, die ich jetzt wirklich brauche.  Außerdem küsst sie mich plötzlich, was ich nicht erwartet habe.  Der Kuss mit ihr ist unglaublich schön, ich fühle mich so glücklich und wir lächeln.  Als die Sonne untergeht, verlassen wir den Strand.  Wir gehen durch die gemütliche Viertel, in der sich viele Paare, ob Frauen, Männer oder andere, gegenseitig die Hände halten und alle so glücklich aussehen.  Die meisten von ihnen lächeln, während sie am Tisch essen und trinken.  Einige küssen sich, andere tanzen und entspannen sich nur. Wie sehr ich diese Gegend liebe, in der sie uns aufnehmen können und nicht gefragt werden, was es uns angeht. Ich wünsche die Welt würde auch verstehen und respektieren.  Aber warum ist es wohl schwer?  Liebe ist Liebe … reicht es nicht oder ist es nicht schwer zu verstehen?.