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„Man muss es nur wollen“

Deutsch/ Literatur: Frau Glasa

Reportage: Görkem Kizil

Hasan wohnt gemeinsam mit seiner Frau und seinen zwei Söhnen Hakan und Ahmet in einem Haus in Hamburg Altona. Es ist ein recht großes Reihenhaus mit 100 Quadratmeter.  Von innen ist die Wohnung recht ordentlich eingerichtet, alles hat seinen eigenen Platz, es ist alles aufgeräumt.
Die Familie legt großen Wert auf Ordnung sowohl im Hause als auch in Sachen Kleidung, sie haben alle in der Familie einen modernen Kleidungstil. Der Vater des Hauses trägt ein blaues Hemd mit einer dunkelblauen Jeans, seine Frau hat ein Kopftuch um  und trägt eine Strickjacke aus Baumwolle. Ihre Söhne dagegen haben sich der modernen Zeit angepasst in Sachen Kleidung: Hakan trägt eine Kappe, Kapuzenjacke und weiße Jeans:  Sein Bruder Ahmet ist ähnlich gekleidet: Kapuzenjacke und Blaue Jeans, er mag Kappen nicht so gern im Gegensatz zu seinem Bruder.
Sie haben einen geregelten Alltag: nach dem Essen hat jeder seine bestimmte Aufgabe, vom Müll rausbringen bis zum Ausräumen der Spülmaschine. Sie sitzen gerne zusammen im Wohnzimmer, unterhalten sich oder schauen gemeinsam Fernsehen. Sie machen alle einen recht lebensfrohen Eindruck, keiner von ihnen wirkt auf irgendeine Art und Weise lustlos oder gelangweilt, sie scheinen alle mit ihrer momentanen Situation zufrieden zu sein. Der Familienvater Hasan ist 67 Jahre alt, er ist als Gastarbeiter nach Deutschland gekommen und hat sich wie viele anderen dafür entschieden, in Deutschland zu bleiben und sein Leben hier fortzuführen. Seine beiden Söhne sind inzwischen erwachsen,  Hakan ist 21 und sein kleiner Bruder Ahmet ist 20 Jahre alt. Sie haben Ende des Jahres 2015 ihr Fachabitur erfolgreich abgeschlossen und beide  studieren dasselbe Fachgebiet und zwar BWL. Beide scheinen Spaß an ihrem Studium zu haben, sie berichten häufig davon, was sie Neues gelernt haben,  während des gemeinsamen Abendessens mit ihren Eltern.

Der Vater Hasan und die Mutter Elif sind stolz auf ihre Söhne, sie studieren beide und wollen was im Leben erreichen, da kann man sich nicht  beklagen, meint der Familienvater der vierköpfigen Familie. Im alltäglichen Leben sind die beiden Jungen bisher in  keiner Weise negativ aufgefallen, sie haben keine Vorstrafen, Anzeigen oder sonstiges. Integration gehört zu einem der wichtigsten Dinge in ihrem Leben; Hakan sagt: „Die Integration war ein wichtiger Faktor in meinem Leben, hätten unsere Eltern uns die Integration nicht gelehrt und vorgelebt, wären wir heute nicht das, was wir heute sind, ja, so denke ich zumindest“.
Ursprünglich kommt die Familie aus der Türkei, ein Leben dort ist für sie jedoch nach so langer Zeit nicht mehr vorstellbar, Ahmet meint dazu:„ Warum sollten wir wieder in die Türkei auswandern, es gefällt uns hier in Deutschland. Ich bin mit meinem Leben hier zufrieden und sehe auch meine Zukunft in diesem Land“.
Migranten sind in Deutschland immer noch schlechter gebildet, häufiger arm und arbeitslos als die Gesamtbevölkerung. Auch die Kriminalitätsquote von Ausländern ist noch höher als die von Deutschen, wir als Bürger fragen uns natürlich auch woran kann das liegen?
Nach einer Studie von  Nicolai Kwasniewski  profitierten Ausländer zwar vom Aufschwung am Arbeitsmarkt – seit 2005 sank ihre Arbeitslosenquote um ein Drittel -, auch damit liegen sie aber hinter den Deutschen, deren Arbeitslosigkeit um mehr als 40 Prozent zurückging. Als Grund für die deutlichen Unterschiede nennt das IW die unterschiedlichen Qualifikationen: Rund ein Viertel der ausländischen Beschäftigten besitzt demnach keine abgeschlossene Berufsausbildung, bei den Deutschen sind das nur acht Prozent.
Hasan hat eine eigene Meinung zu diesem Thema: „Ausländische Qualifikationen, natürlich können diese in Deutschland manchmal nicht anerkannt werden, sowas passiert, ist ja auch normal, überall herrschen verschiedene Arbeitsmethoden, aber es ist kein Grund dafür, nicht zu arbeiten. Wenn man etwas will, dann erreicht man dies auch irgendwie, man muss sich dafür anstrengen, arbeiten – hart arbeiten. Es gibt nichts geschenkt auf der Welt. Mein Motto lautet nicht aufzugeben“.

Es wurde durch viele verschiedene Studien und Statistiken bewiesen, dass die Kriminalitätsrate bei Ausländern deutlich höher ist als bei deutschen Bürgern, die meisten Menschen, die in Deutschland leben, gehen davon aus, dass es an ihrer gescheiterten Integration liegt.                                                                                                  Als wir dieses Thema mit der Familie besprechen, fällt auf, dass sie alle dieselbe Meinung zu diesem Thema haben. Wir fragen die Mutter Elif nach dem Erfolgsgeheimnis für die gelungene Integration der Familie. Elif antwortet: „Es gibt kein Geheimnis für unseren Integration, Erfolg – man muss es einfach nur wollen“. Die Familie möchte ein ruhiges Leben in dem Land, welches sie lieben, führen. Ahmet erklärt: „ Wir möchten keine Probleme mit den deutschen Bürgern haben, es ist ihr Recht, sich in ihrem Land wohl zu fühlen“. Der Vater Hasan  möchte, dass seine Familie sich diesem Land anpasst, weil er sich wünscht, dass sie hier ein einfacheres und entspannteres Leben führen können als er es in der Türkei hatte. Sein einziger Wunsch ist es, dass die folgenden Generationen seiner Familie sich auch so gut integrieren.