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Medoska

Von Keke Erhorn

Kapitel I: Die Ankunft
Hallo, ich bin Medoska. Ich bin 2,50 Meter groß, habe drei Augen, zehn Arme und ein
fliegendes Surfbrett.
Unser Planet ist eigentlich ganz schön. Er heißt Krypton76. Temperatur: ungefähr 32 Grad.
Amtssprache: Englisch, was denn sonst? Ich wohne in einem Tempel direkt am großen
Meer unseres Planeten. Relativ viel Wasser. Außerdem gibt es leckere Früchte. Manafel,
Kiwimangone, Mangaromonia, Mangrive, Kiwimangoki, Kosat, Kikatofiki. Das sind meine
Lieblingsfrüchte. Aber am liebsten mag ich Manafel. Die meisten Früchte riechen nach
Mango. Manafel schmeckt nach Mango und Apfel.
Mein Leben ist super. Surfen, spielen, bis jetzt.
Ein Angriff. Unser Planet hat zu wenig Macht. Denn mit zu wenig Macht zerfällt unser
Planet nach und nach. Ohne Relikte gibt es keine Macht. Ein bestimmtes Relikt fehlt. Ich
vermute, dass es im antiken Griechenland ist, auf der Erde. Bye-bye, Planet. Ich muss wohl
runter, ins antike Griechenland.
So schnell flog mein Surfbrett, dass ich sogar die Zeit durchbrochen hatte: um mehr als
2500 Jahre!
Mit meinem fliegenden Surfbrett landete ich also sicher auf der Erde. Hier im antiken
Griechenland war es ähnlich wie bei uns, nur dass aus Metall Rüstungen und Waffen
hergestellt wurden. Und die Griechen hatten noch keine neumodischen Sachen:
Schnickschnack wie Smartphone, Television, Audio, Lamborghini. Kein iPhone X mit
Gratis-WLan.
Was ich erst jetzt bemerkt habe: dass es Nacht war und dass ich in Sparta gelandet war.
Wenn die Spartaner Angst vor mir hätten, würden sie mich umbringen. Also sag ich
meinem Surfbrett, dass es mich nach Kreta bringen soll.
Da war wahrscheinlich das Relikt. Eine Weissagung hatte es mit berichtet.
Auf dem Marktplatz von Sparta kamen plötzlich zwei Kinder auf mich zugestürmt. Mein
Surfbrett beschleunigte. Ich raste auf die Kinder zu, und weil ich so schnell flog, lagen sie
mir plötzlich in meinen zehn Armen. Und so flogen wir los, nach Kreta.
Kapitel II: Kreta
Als die Kinder aufwachten, sagte ich ihnen, dass ich nichts Böses im Schilde führe. Sie
glaubten mir, nachdem ich ihnen alles erklärt hatte. Wir saßen in einem Baum. Unter uns
war das Labyrinth des Minotaurus. Die Kinder stellten sich schnell als gute Kämpfer heraus.
Sie hießen Phfibi und Fandora. Ich sagte ihnen, dass sie einen Faden aus König Minos’

Palast holen sollten. Nach zweieinhalb Stunden kamen sie mit Hunderten von Fäden. Wir
banden einen Faden an den Eingang und spulten ihn ab.
Kapitel III: Im Labyrinth
Es gab viele Abzweigungen, Pfeile und Sackgassen. Helden hatten dort kurz vor ihrem Tod
ihre Waffen fallen lassen. Wir nahmen ein paar. Phfibi nahm sich einen Speer. Fandora
nahm sich eine Keule. Ich nahm mir vier Schwerter. Wir drangen immer weiter in die Mitte
des Labyrinths ein. „Uuu-aaahhhhhhhh!“ Immer wieder hörten wir den Minotaurus brüllen.
Naja, die anderen hörten ihn. Ich habe keine Ohren. Ich lese Gedanken. Deshalb weiß ich,
was die anderen sagen wollen.
Als wir um eine Ecke bogen, sahen wir den Monotaurus. Er war ungefähr so groß wie ich,
sehr stark, aggressiv und stank nach Stier. Er packte eine Axt. Dann rannte er los und
sprang zur Seite. Wir rannten weiter. Auf einmal waren wir in einer Halle. Als auch der
Minotaurus dort ankam, liefen wir in alle Richtungen. Nur Phfibi erwischte es leicht – ein
Kratzer. Die Axt steckte im Boden. Die anderen und ich kamen angerannt. Phfibi stach dem
Minotaurus ins Bein. Fandora rannte über die Axt und haute dem Minotaurus mit einer
Wucht ins Gesicht, dass der umfiel. Ich packte ihn und warf ihn gegen die Decke. Die
Druckwelle war so stark, dass, nachdem er auf dem Boden aufkam, zwei Säulen auf ihn
fielen und ihn begruben.
Sein Horn brach ab. Darin war das Relikt in Form einer Münze. „Puuh!“, sagte ich und
nahm sie mir. Die anderen waren zu sehr aus der Puste und konnten nichts sagen. Dann
gingen wir, immer den Faden entlang, aus dem Labyrinth hinaus. Als wir draußen waren,
verabschieden wir uns. Dann flog ich zurück zu meinem Planeten. Sobald ich in der
Atmosphäre war, flogen alle Teile wieder zusammen. Nachdem ich ein Versteck für meine
Münze gefunden hatte, ging ich zurück in meinen Tempel.