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Plan B

von
Angelina Ernst P

Es ist das Jahr 2029, das Jahr als den Menschen klar wurde, dass unsere Erde schon bald nicht mehr bewohnbar sein wird. Dank dem Klimawandels, schmelzen die Gletscher so schnell, dass der Meeresspiegel sehr schnell ansteigt. Extreme Wetterereignisse wie Hitzewellen und Dürren passieren immer häufiger und wir sind am Punkt angekommen wo wir es nicht mehr stoppen können. Unzählige Tierarten verlieren ihre Lebensräume oder sterben aus. Die Leute geraten in Panik, sie trauen sich nicht mehr die Zeitungen zu lesen oder den Fernseher anzuschalten. Was sollen die Eltern ihren Kindern sagen, wenn ihre Lieblingssendung von einer Meldung unterbrochen wird, in der gezeigt wird wie halb Nordeuropa unter Gefahr einer starken Überschwemmung steht, was dazu führen wird, dass hunderte Familien ihre Häuser verlieren könnten? Um diese Gespräche zu vermeiden, lesen sie lieber Geschichten vor mit Zauberern die all das Böse bekämpfen können.

Jedoch wussten sie nicht, dass in den nächsten Tagen die unglaublichste Ankündigung im Fernsehen stattfinden wird. Der Gründer des Unternehmens “Space Y” erzählt von der Mission; Menschen auf dem Mars. Da wir nichts mehr tun können um unseren Planeten zu retten, möchte Elton Mark den Mars als Plan B nehmen. Seine Mitarbeiter fingen schon vor einem Jahr an neue Technologien und Pläne herzustellen, um so schnell wie möglich mit den ersten Tests zu beginnen. Einer seiner Mitarbeiter ist Alex Bor.  Der Mann, der seit klein auf vom Weltall fasziniert war. Er wusste schon immer was für Stärken er hat und hat darum gekämpft einen Job bei Space Y zu bekommen. Was letztendlich geklappt hat, da er jetzt Baupläne für neue Raketen erstellt. Da dies eine sehr riskante und schwierige Mission ist, brauchen sie ihre Zeit um alles ganz genau und bedacht zu planen und zu testen. Nach drei Jahren verschlimmert sich der Zustand der Erde und die Angst der Menschen, dass es bald zum Ende kommen könnte, steigt immer mehr an. Jedoch freuen sich die Mitarbeiter von Space Y. 2032 ist das Jahr, wo all das planen und testen für die Mission beendet wurde.

Es ist startklar. Alex ist froh bald endlich eine Auszeit von der Arbeit nehmen zu dürfen und Zeit mit seiner Frau und seinen Kindern verbringen zu können. In einigen Tagen würden sie der Welt davon berichten, dass in den nächsten Monaten ganze 16 Raketen mit jeweils 10 Personen rund um den Globus losgeschickt werden, um eine Kolonie auf dem Mars zu starten. Es müsste nicht lange dauern, bis es sogar eine Stadt auf dem Mars geben wird. Nachdem Alex sein drittes Interview des Tages beendet hatte, schaut er auf die Uhr. In zwei Stunden muss er sich auf den Weg zur Station machen, um den Start der ersten Rakete zu beobachten. Er hatte geplant seine Frau und Kinder mitzunehmen, damit sie sich anschauen können woran er so lange gearbeitet hat. Im Auto dachte er mal wieder an seinen Vater, der vor acht Jahren an einem Herzinfarkt starb. Soweit Alex sich erinnern kann, war sein Vater immer bei der Arbeit. Er arbeitete als Arzt in armen Dörfern von Afrika, wo er hunderten von Menschen das Leben rettete. Als Kind war Alex immer sauer auf seinen Vater, da er nie Zuhause war, nicht mal an seinen Geburtstagen. Jetzt versteht er jedoch selber, dass es für einen Vater selbst nicht schön ist keine Zeit mit der Familie verbringen zu können.

Auf der Fahrt nach Hause macht Alex einen kurzen halt, um etwas abzuholen. Seine Tochter Belle ist 7 Jahre alt und wünscht sich seit Monaten einen Hund. Er hat sich selbst sein ganzes Leben lang einen Hund gewünscht, jedoch hatte er bisher nicht genug Zeit um sich um einen kümmern zu können. Als Alex aus dem Tierheim kam, hatte er einen kleinen süßen Mops in den Armen. Zuhause angekommen trifft ihn seine Frau Sara auf der Terrasse, die ihn anmeckert, dass das Essen schon kalt ist da er doch so lange gebraucht hat um nach Hause zu kommen. “Musste kurz wo anhalten” antwortet er ihr und zeigt auf den Hund im Beifahrersitz. Sara hat sich so laut gefreut, dass die Kinder es von drinnen gehört haben. Schreiend laufen Belle und ihr 11-jähriger Bruder Arthur zum Auto. ,,Da du ihn dir gewünscht hast, kannst du dir einen Namen für ihn ausdenken” sagt Alex zu Belle. Ohne zu zögern schreit sie den Namen Bali, so hieß früher ihr kleiner Spielzeug Hund, der mittlerweile irgendwo verloren gegangen ist.

Nach langem spielen und reden mit Bali, kamen die Kinder zum Mittagsessen. Sie hatten nicht mehr lange Zeit bis sie bei der Station sein müssen, und Alex hatte nicht dran gedacht was er mit Bali machen soll. Er kann ihn nicht alleine Zuhause lassen, aber er hat auch Sorgen es wäre ihm zu laut auf der Station. Nach einem kurzen Gespräch mit Sara hat er sich entschieden ihn für ein bis zwei Stunden bei den Nachbarn unterzubringen, und darauf zu hoffen es würde ihn gut gehen. Nachdem sie aufgegessen hatten, gaben sie Bali den Nachbarn rüber und fuhren los. Bei der Anfahrt liefen sie rasch zu ihrer Position. Wonach Alex seine Familie den Mitarbeitern vorgestellt hat. Jeder auf der Arbeit kennt Alex. Er ist sehr extrovertiert und redet gern mit Menschen. Es blieben 15 Minuten bis zum Start der ersten Rakete. Niemand wusste wie es laufen würde. Man ist sich nie sicher ob es funktionieren würde oder nicht, man kann nur hoffen. Nach den letzten Minuten Vorbereitung gings los. Die Rakete hat gestartet und flog ab. Alle haben geklatscht und gejubelt. Alex schaute auf die Kinder die begeistert hin und her sprangen. Nachdem die Rakete außer Sichtweite war, wurden die Gespräche der Leute auch immer leiser.

Der Start der ersten Rakete war erfolgreich. Es gab keinerlei Probleme. Es verging eine Stunde und die Kinder haben angefangen müde zu werden. Alex und Sara wären gerne noch länger dageblieben und weiter Gespräche mit den Mitarbeitern geführt, aber sie wussten, dass Die Kinder schon bald anfangen würde zu weinen außerdem haben sie ganz über Bali vergessen den sie schon bald wieder abholen müssten. Alex, Sara und die Kinder verabschiedeten sich und fuhren nach Hause. Im Auto findet ein Gespräch darüber statt wo sie bald ihren Urlaub verbringen würden. Sie haben beschlossen, Saras Eltern in Hamburg zu besuchen, da Arthur in 4 Wochen Geburtstag hat und sie gerne zusammen mit der Familie feiern würden. Die Mutter von Alex wohnt nicht weit weg, weshalb sie ohne Probleme einfach mitkommen kann. Im Laufe der nächsten 4 Wochen sind schon alle 16 Raketen im Weltall und bisher gab es kein einziges Problem. Alex und seine Familie machen sich bereit bald zum Airport zu fahren und ins Flugzeug zu steigen. In 14 stunden wären sie in Hamburg. Arthur ist etwas erkältet, weswegen er die ganze Fahrt zum Airport verschläft, während Belle mit ihrer Oma im Auto Bücher liest und dabei Bali auf ihrem Schoß streichelt. Am Airport angekommen geht es Arthur nach seinem Nickerchen viel besser und spielt mit Belle und Bali ticken, während die Erwachsenen mit den Tickets in der Warteschlange sind. Als sie an der Reihe waren, merkt Alex, dass sein Handy klingelt, jemand ruft ihn an. Doch er ignoriert es da er beschäftigt ist. Im Flugzeug guckt er auf sein Handy und merkt, dass es eine Nummer von der Arbeit ist. Er hat versucht zurückzurufen doch niemand ging ran, genau wie beim zweiten Versuch. Er legt sein Handy weg und denkt sich, dass es wohl nicht so wichtig sein müsste, wenn sie nicht rangehen. Während des ganzen Fluges schlafen Alex und die Kinder, während die Passagiere von deren schnarchen genervt waren. Die Stunden vergingen schnell und es dauerte nicht mehr lange bis sie im Hamburger Airport waren. Die Wolken waren außergewöhnlich dunkel und es hat leicht genieselt. Glücklicherweise ist die Wohnung von Saras Eltern nicht weit entfernt, sodass sie noch schnell genug waren bevor sie unter einem Gewitter geraten können.

Sie gingen zu Fuß, wobei Belle und Arthur abwechselnd Bali getragen haben, da sie der Meinung sind, der kalte und raue Asphalt würde ihm wehtun. Am Ziel angekommen wurden alle von Opas und Omas festen Umarmungen begrüßt. Es dauerte keine 10 Minuten bis Arthur seine Geschenke gesucht hat, die jedoch zu geschickt versteckt wurden, sodass er sogar geglaubt hat sie hätten sein Geburtstag vergessen, da er schon morgen wäre und sie immer noch kein Geschenk haben. Der Tag verging wie im Flug, bis Sara gemerkt hatte, dass sie weder Dekorationen für die Wohnung noch Spiele mitgebracht hätten. Es gäbe die Möglichkeit sich auf dem Weg zu machen, und einen Laden zu finden der noch so spät offen hat, aber dafür waren alle viel zu müde. Alex findet es sowieso überflüssig so viele Dekorationen, Spiele und Gott weiß noch was zu kaufen, damit sie am Tag danach alle im Keller gestapelt werden. Um 23 Uhr legen sich alle schlafen, jedoch weckt Alex ein Anruf. „Hallo,, sagte er, als Antwort hörte ein weinen. „Wer ist da?,, fragt er erneut. Dass, was er als nächstes hört, bringt sein Herz zum Stoppen. Der Anrufer ist Kim, eine Kollegin von der Arbeit. Sie redet und redet, aber man versteht kein Wort, wenn sie so weint. Alex bittet sie sich zu beruhigen und zu erklären was los ist, damit er ihr helfen kann. Nach einem tiefen Atemzug teilt sie ihm mit, dass ein massiver Asteroid Richtung Erde fliegt. Alex bekommt nur ein „Ok,, aus dem Mund und legt auf. Wie kann es sein, all die Jahre Arbeit aus Angst der Klimawandel zerstört die Erde, und es stellt sich heraus, dass es ein Asteroid sein wird, der auch keinerlei Überlebenschancen ermöglicht. Alex scheitert an dem Versuch wieder einzuschlafen und ist die ganze Nacht wach. In diesem Moment denkt er an so vieles nach, dass es sich schon wie Leere anfühlt. Wie soll man sich bei so etwas fühlen? Nach gut eineinhalb Stunden kann er mehr oder weniger wieder klar denken, er versteht, dass dies die letzten stunden sein könnten die er auf der Welt verbringt. Er denkt an seine Frau und seine Kinder. Er hat einen Kloß in der Kehle, wenn er nur daran denkt, dass er bald nicht mehr seine Kinder lachen hören wird. Ihm ist klar, dass er nicht wieder einschläft, also macht er sich auf dem Weg alles zu besorgen damit dieser Tag einer besten wird.

2 ganze Stunden hat er gebraucht um wieder Zuhause zu sein, und mit dem Dekorieren und Backen zu beginnen. Alles was ein Kind sich wünschen kann, Luftballons, Konfetti, Spielzeug, Kekse, Kuchen und Geschenke. Alex hat auch seiner Frau und deren Eltern Geschenke geholt. Nichts auf dieser Welt ist ihm zu teuer gewesen, solange sie alle sich ein letztes Mal freuen würden. Die Wohnung sah aus wie im Film, überall verschiedene Muster und Farben die jedem Kind eine Freude bereiten würden. Um 10 Uhr weckt er alle auf. Jeder von ihnen war unglaublich überrascht, sie haben ihn gefragt wie er das geschafft hat und ob er überhaupt geschlafen hat, doch er ignoriert all Ihre Fragen. Die Kinder freuen sich wie an Weihnachten, es hat zwar nur Arthur Geburtstag, aber jeder fühlt sich als wenn es deren wäre. Sarah fragt Alex wozu er das alles getan hat, doch er antwortet einfach, dass er froh ist endlich eine Auszeit zu haben und Zeit mit ihnen verbringen zu können. Den ganzen Morgen über spielten sie Spiele und aßen die Kekse die Alex gebacken hat. Da Alex eigentlich weder Backen noch kochen kann, war es überraschend das die Kekse gut geschmeckt haben. Alex war froh sie alle glücklich zu sehen, jedoch konnte es selbst nicht sein. Gegen Abend haben sie den Kuchen aus dem Kühlschrank geholt und zündeten die Kerzen an. Während alle für Arthur gesungen haben, versuchte Alex sich deren Gesichter zu merken. Es gibt keine Menschen auf der Welt mit denen er jetzt lieber wäre. Die Sekunde wo Arthur die Kerzen auspustet, kommt ein Erdbeben. Alex Herz rast, er erstarrt. Aus dem Nichts, ein großer Boom und nichts weiter. Keine fahrenden Autos, keine bellenden Hunde, keine dröhnende Musik, keine lachenden Menschen, nichts. Alles ist Still. Es existiert nichts mehr als Stille.  Keine 5 Minuten hat es gedauert bis die ganze Menschheit auf der Erde ausgelöst wurde. Kein Lebewesen überlebt solch ein gewaltigen Asteroiden. Oder? 160 Menschen haben es überlebt. Diejenigen, die in Raketen auf dem Weg zu dem roten Planeten sind. Jetzt liegt es in ihren Händen ob unsere Spezies weiterleben wird oder nicht. sie haben alles, was Sie brauchen um eine gesamte Zivilisation aufzubauen. aber haben sie die Kraft dazu?