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T. P.: „Mut ist, wenn man sich traut oder auch die Kraft hat, etwas anzugehen, wovor man Respekt hat.“

T. P. ist 51 Jahre alt, wurde in Malmö, Schweden geboren und hat eine ältere Schwester.

Seine Eltern waren Seemanns Missionare, weshalb er 6 Jahre lang mit seiner Familie in Südafrika lebte und in Kapstadt bis zu seinem 10 Lebensjahr zur Schule ging.

Von Beruf ist er Pastor, was ihm große Freude bringt, da der Glaube in seinem Leben eine wichtige Rolle spielt und ihn somit ERMUTIGT hat.

Herr P. macht einen sehr offenen und freundlichen, sowieso sportlichen und seriösen Eindruck auf uns, was auch seine Kleidung widerspiegelt.

Er trägt ein Hemd, welches farblich gut abgestimmt mit seinem blauen Pullover ist.

In seiner Freizeit spielt er gerne mehrere Musikinstrumente und ist sportlich aktiv.

„Ich selber würde mich nicht als „mutig“, aber auch nicht als „ängstlich“ bezeichnen.“

Auf die Frage „Was bedeutet „Mut“ für Sie?“ beginnt er Folgendes zu erzählen: „Mut ist, wenn man sich traut oder auch die Kraft hat, etwas anzugehen wovor man Respekt hat.

“ Zudem sagt er: „Ich selber würde mich nicht als „mutig“ bezeichnen aber auch nicht als “ängstlich“.“

Er beschreibt sich selbst als einen sehr emphatischen, optimistischen und fröhlichen Menschen. Eigenschaften, die zum Vorteil mit in seine Berufung einfließen, da er dort vielen Menschen aufgrund von Hochzeiten sowie Sterbefällen etc. MUT zusprechen muss.

Herr P. wirkt bei dieser Aussage sehr einfühlsam und ehrlich.

Haben sie Vorbilder, wenn Sie an das Thema „Mut“ denken? Ohne groß nachzudenken antwortete er mit: „Ja, Martin Luther King und Nelson Mandela.“ Dies unterstrich er mit einer weiteren Aussage: „ Gewaltfreies Handeln ist sehr mutig.“

Von unserer Seite aus fiel außerdem das Wort „Zivilcourage“.

T. P. überlegte zunächst, doch dann antwortete er mit etwas nachdenklicher Stimme: „Ich stelle mir manchmal Unfälle vor und wie ich handeln würde… aber ich denke es ist leider Situationsbedingt und wie schnell man überhaupt reagieren kann.“

„Ich werde entmutigt von negativen und pessimistischen Nachrichten aus den Medien.“

Natürlich gibt es auch Situationen, wo einen der Mut verlässt. Im Fall von T. P. passierte dies bei einer Sitzblockade 1989, an dem Grenzübergang bei Lübeck, zwischen der BRD und der DDR. Damals demonstrierte der 31-jährige Theologe gegen den Transport von giftigen Müll aus der BRD auf die Mülldeponie Schönberg, gleich hinter der Grenze auf DDR Gebiet. „Wir hatten die Blockade angekündigt und waren sogar auf der Titelseite der „Frankfurter Rundschau“ und in vielen anderen Zeitungen.“, sagt er. Kurz vor Umsetzung des Plans bekam er Angst vor der Polizei. Die Angst stieg förmlich in ihn hoch, sagt er. „ Aber ich habe nicht gekniffen, sondern mir selber meinen Mut bewiesen.“

Auch bei ganz alltäglichen Situationen kann einen der Mut verlassen. Er erzählte mit etwas empörter Stimme, dass ihn sein Mut durch die ganzen pessimistischen und negativen Nachrichten aus den Medien verlässt. „ Selten wird über Erfolge, Fortschritte oder generell Positives berichtet.“

Wir fragten ihn ebenfalls nach einem Beispiel aus seiner Kindheit, wo ihn der Mut verließ. Der heute 51-jährige machte früher eine Lampe seiner Nachbarn kaputt. Natürlich wollten seine Eltern, dass er sich entschuldigt, also ging er zur besagten Nachbarstür und klingelte. Anstatt sich zu entschuldigen hat er jedoch etwas anderes gesagt, da ihn kurzfristig der Mut verlassen hat und es ihm unfassbar peinlich war.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Herr P. ein sehr engagierter, offener und freundlicher Mann ist, welcher viel Spaß am Leben hat. Das Gespräch mit ihm hat uns große Freude bereitet, da es von Anfang an keine wirkliche Hemmschwelle gab, sodass wir direkt drauf los fragen konnten.