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Was ist eigentlich Heimat?

Von Lana Fischer, 11a

Sucht man im Internet nach einer Definition für den Begriff Heimat, wird zumeist auf die Beziehung zwischen Mensch und Raum verwiesen. Im Allgemeinen ist mit Heimat ein Ort gemeint, in den ein Mensch hineingeboren wird und an dem seine frühesten Sozialisationserlebnisse stattfinden. Diese sollen unsere Identität, unseren Charakter, unsere Mentalität, unsere Einstellungen und Weltauffassungen im weiteren Leben am stärksten prägen. Heimat kann laut Wikipedia aber auch „neu gewonnen werden“, das bedeutet, dass Heimat nicht automatisch der Ort ist, an dem du geboren oder aufgewachsen bist, sondern er kann auch der aktuelle Lebensort sein.

Meiner Meinung nach können jedoch nicht nur Orte und unsere jeweilige Kultur für uns zur Heimat werden. Fast noch wichtiger sind für mich die Menschen, die mich in meinem Leben begleitet haben und immer noch begleiten.  Denn Emotionen wie Wohlgefühl, Geborgenheit und Sicherheit, die ich auch mit dem Begriff Heimat verbinde, habe ich nicht nur durch Orte, sondern hauptsächlich durch den Kontakt zu meinen Freunden und meiner Familie erlebt.

So ungenau der Begriff auch zu definieren ist, bleibt eins, so glaube ich, doch  bei allen Menschen gleich, wenn sie in ihrer Heimat sind oder an sie denken: sie fühlen sich wohl, geborgen und sicher. Man verbindet Heimat auch oft mit Erinnerungen oder Besonderheiten, wie zum Beispiel mit bestimmten Gerüchen, Farben oder Musik, die man als Kind gehört hat.

Das bedeutet also, dass nicht nur räumlich, sondern auch emotional Heimat ein großer Begriff ist und jedem ein bestimmtes Gefühl dafür gibt, was ihn sich geborgen fühlen lässt. Ist man an einem fremden Ort ohne Freunde und Familie, kann sich ein Gefühl der Verlassenheit einstellen. Man fühlt sich dann nicht vollständig. Dieses Gefühl stellt sich auch ein, wenn man jemanden, der einem sehr wichtig war,  verlassen musste. Der Begriff Heimat kann uns also verschiedene Gefühle widerspiegeln. Sie können  positiv , aber auch negativ sein .

Ganz besonders Kindheitserinnerungen definieren für mich das Wort Heimat, da die Kindheit meiner Meinung nach einen großen Aspekt am Thema Heimat hat. In der Kindheit sammelt man ganz intensiv viele Erinnerungen, an die man sich im späteren Leben immer wieder erinnert. Für mich sind das beispielsweise Filme, die ich früher gesehen habe, aber auch Gerüche können so etwas wie eine Heimat für mich sein. Das Parfüm meiner Großmutter oder auch das meiner Mutter oder das Waschmittel, nach der die Kleidung meiner Freundin roch, rufen Erinnerungen an meine Kindheit wach. Erinnerungen, die sich dann einstellen, wenn ich diesen Geruch  wieder einmal ganz  zufällig wahrnehme, auch  an einer ganz anderen, fremden Person im Vorübergehen. Dann stellt sich bei mir für einen ganz kurzen Moment ein Gefühl der Geborgenheit und Vertrautheit ein, ein Heimatgefühl.

In meiner Kindheit haben vor allem meine Großeltern, die leider schon verstorben sind, eine große Rolle gespielt. Leider bleibt mir nur noch die Erinnerung an sie.  Ganz besonders oft erinnere ich mich daran, wie ich im Sommer draußen mit meiner Schwester in ihrem Garten gespielt habe und wir mit meinem Opa Erbsen aus seinem Bett gepflügt haben. Auch wie wir mit meiner Oma Ball gespielt haben, oder der Anblick der großen Sonnenblumen im Garten meiner Großeltern,  sind Erinnerungen, die immer bleiben.

Je länger ich über den Begriff Heimat nachdenke, desto schwerer scheint mir seine Definition. Da jeder Mensch eine ganz persönliche Auffassung von Heimat hat, kann man ihn wohl tatsächlich nicht auf eine bestimmte, feste Definition beschränken.

Ich kann es nur für mich sagen: Meine Freunde und meine Familie sind das Wichtigste in meinem Leben. Sie sind es, die mich „beheimatet“ fühlen lassen. Man kann eigentlich seine Heimat nicht verlieren.  Heimatgefühl kann sich überall da einstellen, wo man mit seinen alten Freunden ist.