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Den Entführern auf der Spur

von Marian Vincent Linse, 13 Jahre

Als Benni Libormann von seiner Freundin Bella nach Hause kam, war es schon dunkel.

Seine beiden Geschwister Sarah und Simon schliefen schon und sein Vater war wahrscheinlich wieder im Labor und experimentierte.

Einige der Experimente klappten, aber die meisten gingen schief.

Professor Libormann war ein großer Forscher, fast so groß wie Professor Luchser, seine größte Konkurrenz.

Professor Luchser hatte vor kurzem eine Maschine erfunden, mit der man einem Menschen in Kürze alles beibringen kann, was es auf der Erde an Wissen gibt.

Seit dem ist er berühmt und steht fast jeden Tag auf fast jedem Titelblatt von fast allen Zeitungen in den USA.

Schon einige Kollegen von Professor Libormann haben diese Maschine bei sich selbst benutzt.

Sie wissen zwar jetzt mehr als vorher, sind aber, wie Professor Libormann sagt: „Mir viel unsympathischer geworden“.

Benni putzte sich schnell die Zähne, zog sich um und ging dann noch mal schnell bei seinem Vater im Labor vorbeischauen, um zu sagen, dass er jetzt da sei und ins Bett gehe.

Er klopfte wie immer an und wartete darauf, dass sein Vater antwortete „herein“, doch dies geschah nicht.

Nach einiger Zeit öffnete er die Tür und ging rein.

Sein Vater war nirgendwo zu sehen.

Benni ging in einen der Nebenräume wo sein Vater immer alle möglichen Substanzen aufbewahrte.

Eigentlich durfte er hier nicht rein und er ging hier auch selbst ungern rein, denn es war stickig und stank.

Das einzig schöne an diesen Räumen war, dass sie so schönes helles Licht besaßen, das auch noch von den weißen Kachelwänden reflektiert wurde.

Benni rief nach seinem Vater.

Er hörte ein leises Echo, aber ansonsten keine Antwort.

Er ging hoch in den dritten Stock in sein Zimmer.

Es war groß. Größer als jedes Kinderzimmer von euch allen.

Benni öffnete die großen Glasfenster und ging durch die Glastür auf seine Terrasse und sog die frisch-kühle nächtliche Meeresluft tief ein.

Das war entspannend. Es war eine schöne wolkenlose Nacht.

Man hätte jeden einzelnen Stern zählen können.

Dann ging er wieder rein in sein Zimmer und legte sich ins Bett.

Er wühlte einige Minuten im Bett herum.

Strampelte dann die Bettdecke weg, merkte dann aber wieder, wie kalt es ist, ohne Bettdecke und zog sie sich schnell wieder bis zum Hals hoch.

Die Sache, dass er nicht wusste, wo sein Vater war, machte ihm wirklich sehr zu schaffen.

Erst trennten sich seine Eltern und jetzt war auch noch seinem Vater etwas passiert.

Er stand auf und ging zu seinen Geschwistern ins Zimmer.

Seine Geschwister waren Zwillinge, ein Junge, Simon, und ein Mädchen, Sarah.

Beide Acht Jahre alt und gingen in dieselbe Klasse.

Simon war ein echtes Genie in Naturwissenschaftlichen Fächern wie Mathe, Biologie oder Physik.

Er war, wie viele von euch es nennen würden, eine Art Streber.

Sarah hingegen war in solchen Fächern eine echte Niete.

Ihre Stärken waren künstlerische Fächer und Sprachen.

Sie spielte Klavier, Geige und Posaune und sprach alte Sprachen wie Deutsch und Englisch fließend.

In Esperanto hatte sie auch sehr gute Noten.

Als Benni versuchte, leise die Tür zu öffnen, quietschte sie dabei und Benni sagte sich, dass er seinem Vater sagen sollte, dass die Tür mal wieder geölt werden muss, wenn er ihn gefunden hatte.

Simon und Sarah lagen beide in ihren Betten und schliefen tief und fest. Sie sahen beim schlafen aus wie Engel, fand Benni.

Er ging zu Simon an das Bett und schob die Decke etwas runter.

Simon schafft es irgendwie immer, die Decke im Schlaf bis über seine Ohren zu ziehen oder er rutscht im Schlaf immer weiter nach unten.

Benni flüsterte: „Simon“ und rüttelte Simon dabei ein bisschen.

Simon wurde langsam wach.

Benni fragte: „Weißt du, wo Papa ist?“

Simon antwortete anscheinend noch im Tiefschlaf: „ Mama? Die lebt doch irgendwo in Kalifornien.“

Benni stöhnte und sagte noch mal: „Nein. Ich habe gefragt, ob du weißt, wo Papa ist. Er ist nicht im Labor. Hat er euch noch gute Nacht gesagt oder nicht? Oder hat er euch gesagt, dass er ausgeht oder so?“

Simon antwortete mit einem schläfrigen: „neaaahhhhhhhin“, das in ein Gähnen über ging.

Langsam wurde Benni unruhig. Normalerweise sagte sein Vater immer Bescheid, wenn er weg ging.

Es musste ihm etwas passiert sein.

Benni wollte nicht an diesen Gedanken denken, doch es ging nicht anders.

Er sagte: „Simon“, doch es kam keine Antwort.

Benni schaute zu Simon.

Simon war schon wieder eingeschlafen.

Benni murmelte: „Man ey. Wieso schläft der denn immer wieder ein.“

Er rüttelte Simon wieder wach und sagte im seine Vermutung, dass ihrem Vater etwas passiert war.

Auf einmal war Simon putzmunter, als gebe es etwas Leckeres zu essen oder er müsste los, um pünktlich in der Schule anzukommen.

Simon sagte, sie müssten doch schnell die Polizei rufen, doch Benni sagte, sie sollten erst mal Sarah wecken, vielleicht wüsste die ja etwas.

Simon sprang auf und sprang dann direkt auf Sarah.

Benni schrie noch: „Nein!“, doch es war schon zu spät.

Simon landete direkt auf Sarahs Bauch.

Sarah wachte mit einem „Uffffffff“ auf. Das war bestimmt das mal in ihrem Leben, wo sie am schönsten geweckt wurden.

Sarah japste nach Luft und sagte dann: „Oh man. Was ist denn los?“

Benni wollte sie erst fragen, ob sie wisse, wo Papa sei, aber Simon viel ihm ins Wort: „Papa ist verschwunden!“

Benni dachte nur: „Boah, manchmal können kleine Geschwister echt nerven!“

Benni ergänzte dann seinen Bruder: „Weißt du, wo er ist?“

Sarah wusste es auch nicht und so sprang Simon jubelnd auf: „Juhuu, wir rufen die Polizei.“

Benni sagte dazu nur: „Du Simon, da gibt es nichts zu jubeln, unser Vater ist weg.“

Simon sagte nur spitz: „Wieso da kann ich endlich mal Papas Labor benutzen, ohne gestört zu werden.“

Benni rannte die Treppe runter. Er war kurz davor, in Tränen auszubrechen.

Er schnappte sich ein Telefon und wählte 991, die Nummer der Polizei.

Benni hielt sich das Telefon ans Ohr.

Er hörte die ganze Zeit nur ein gleichmäßiges Tuten. „Seit wann geht denn nicht direkt bei der Polizei jemand ans Telefon?“

Dann hörte Benni ein leises Schniefen hinter sich.

Sarah hatte angefangen zu weinen.

Endlich, endlich ging jemand ans Telefon: „Hallo, hier spricht die Polizei. Was ist los, wo sind sie und wann haben sie entdeckt, dass etwas passiert ist?“ Die üblichen W-Fragen, die man von der Polizei, der Feuerwehr oder dem Notarzt gestellt bekommt.

Benni hatte dieses Thema schon mal in der Schule beigebracht bekommen, doch dies war das erste Mal, dass er das Gelernte anwenden musste: „Meinem Vater ist etwas passiert, wahrscheinlich ist er entführt worden. Ich bin in der Highstreet 21. Ich habe es vor kurzem entdeckt. Genau genommen vor wenigen Minuten.“

Auf einmal hörte Benni ein Knistern in der Leitung und dann war das Telefonat abgebrochen und eine Stimme wiederholte immer wieder den selben Satz: „Dieses Telefonat ist nicht gestattet. Dieses Telefonat ist nicht gestattet.“ Immer so weiter.

Benni legte auf.

Sarah fragte, ob die Polizei jetzt kommen würde.

Benni antwortete auf die Frage nur mit einen traurigen: „Ich weiß es nicht genau. Wir werden sehen.“

Simon fragte: „Wieso weißt du nicht genau, ob sie kommt? Was haben sie denn gesagt?“

„Sie haben nichts gesagt. Auf einmal war das Telefonat einfach weg und eine Computerstimme sagte: „Dieses Telefonat ist nicht gestattet“. Dann habe ich aufgelegt. Es hat keinen Zweck. Ihr beiden geht am besten ins Bett und schlaft. Ich warte hier noch und gucke, ob die Polizei kommt.“

Simon meinte kleinlaut: „Ich will aber dabei sein, wenn die Polizei kommt.“

„OK, ich wecke dich, wenn die Polizei kommt“, sagte Benni und meinte dann noch zu sich selbst: „Ich glaub aber kaum, dass sie kommt. Irgendetwas ist hier faul.“

Als die kleinen im Bett waren, holte Benni sein Handy und seine Bettdecke.

Er setzte sich im Wohnzimmer auf einen Sessel und deckte sich mit der Decke zu.

Dann schrieb er Bella eine SMS, in der er ihr sagte, dass er sie liebte und was geschehen ist.

Sie wollte sofort ihre Eltern fragen, ob sie zu Benni kommen dürfte, aber sie verbaten es ihr und so ging Benni wieder hoch in sein Zimmer und schlief ein. Wenn es auch kein sehr ruhiger Schlaf war.

 

Am nächsten morgen wurde Benni durch ein Klingeln wach.

Bella war direkt nach dem Frühstuck zu ihm gefahren.

Benni war noch im Nachthemd mit zerzausten Harren und ungewaschen.

Beide begrüßten sich mit einer ausgiebigen Umarmung.

Dann fragte Benni: „Willst du noch ein bisschen mit Frühstücken? Wir haben noch nicht gegessen.“

Da antwortete Bella: „Gerne, was gibt es denn?“

„Brot mit Aufschnitt, aber komm erst mal rein.“

Als sie zusammen am Essen waren, fragte Bella noch mal wie das gestern war und Benni erzählte ihr alles bis ins letzte Detail.

Da meinte Bella: „Aber dann müssen wir doch was unternehmen.“

Auf einmal kam Simon in das Gespräch geplatzt und Benni sagte: „Was ist denn los Simon?“

Simon erzählte. „Ich war unten im Labor und habe ein bisschen rum gestöbert und dort lagen Pläne von einer Maschine, die so aussah wie die von Professor Luchser. Daneben lag ein Plan für eine Maschine, die völlig anders aussah, aber demselben Zweck dient wie die erste. Ich vermute, dass Papa so eine Maschine wie Professor Luchser erfunden hat. Der erste Plan war der von der Maschine von Professor Luchser und der zweite Plan von der Maschine, die Papa entworfen hat. Wahrscheinlich hat Professor Luchser unseren Vater entführt, damit er keine Konkurrenz hat!“

Benni verstand gar nichts, dabei war das noch einer der einfachsten Sätze seines kleinen Bruders.

Simon erklärte noch mal, aber diesmal viel langsamer.

Am Ende sagte er frech: „Und, hast du es jetzt endlich verstanden?“

Benni nickte. Er war sich aber selbst noch nicht so ganz sicher, ob er es verstanden hatte.

Dann fragte Bella: „Wo ist eigentlich Sarah?“

Und Simon sagte nur mit seinem besserwisserischem Ton: „Die schläft noch.“

„OK, wir müssen noch mehr Spuren finden. Wann hast du Papa das letzte Mal gesehen Simon?“

„Beim Essen da war er gestern mal dabei.“

„Gut und was wollte er dann machen?“

„Er hat nicht gesagt, was er machen wollte, aber er ist nach dem Essen wieder ins Labor gegangen, also vermute ich, hat er irgendetwas geforscht. Ich tippe darauf, dass er an der Maschine geforscht hat und die Entführer die Maschine dann später mitgenommen haben“, meinte Simon mit dem Hintergedanken, dass das doch klar sei.

Dann gingen sie zu dritt runter ins Labor und Simon führte sie zu den Plänen.

Benni warf nur einen kurzen Blick auf die Pläne, schaute dann aber lieber weg, da ihm das alles viel zu kompliziert aussah.

Simon hingegen setzte sich wieder sofort an die Pläne und versuchte, sie zu interpretieren.

Es gelang ihm nicht wirklich, denn er war ja erst drei Jahre in der Schule.

Er wurde, so wie jedes normale Kind, auch wenn er nicht wirklich normal ist, mit fünf Jahren eingeschult.

Er hat aber die zweite Klasse übersprungen und ist jetzt daher schon in der vierten Klasse.

Benni und Bella schauten sich ein bisschen um. Es gab nichts, das auf eine Entführung hinwies.

Oder etwa doch?

Auf einmal rief Bella: „Schaut mal dort. Das Fenster steht offen.“

Sie rannten zum Fenster.

Fehlalarm!

Das Fenster war direkt über der Steilküste.

Alle gingen enttäuscht weg.

Alle bis auf Benni.

Er genoss erst mal die frische Meeresluft. Plötzlich schrie Bella.

Als Benni sich zu ihr drehte, lag Bella am Boden.

„Was ist passiert?!“

„Ich bin über irgendetwas gestolpert. Überein Kabel oder so.“

Benni schaute sich um: „Hier ist kein Kabel.“

Dann entdeckte er einen Ring der im Boden verankert war.

„Hier ist was! Es sieht aus wie eine Falltür.“

Er versuchte, sie zu öffnen.

Erst nur einen kleinen Spalt, dann noch ein bisschen mehr. Weiter bekam er sie nicht auf.

„Helft mir mal bitte“, stöhnte Benni.

Simon und Bella halfen und zusammen schafften sie es, die Falltür zu öffnen.

Sie blickten in einen tiefen, dunklen Schacht, in den eine Leiter hinab führte.

Benni sagte erstickt: „Oh man, dort ist die Luft ja noch stickiger als hier oben im Labor. Und dann ist es auch noch dunkel. Simon, hohl mal bitte deine Taschenlampe. Und gibt es hier irgendwo einen Mundschutz?“

Simon rannte los, um seine Taschenlampe zu hohlen. Nach einigen Minuten kam er wieder.

Aber nicht nur mit einer Taschenlampe, sondern auch mit einem Mundschutz für Benni und mit Sarah.

Sarah rief: „Hi Bella.“ Sarah mochte Bella sehr. Bella antwortete mit einem: „Hi Sarah. Hab dich lang nicht mehr gesehen.“

Sarah sprang Bella mit einem großen Satz an.

Benni nahm die Taschenlampe in die Hand und machte sich den Mundschutz um.

Dann knipste er die Taschenlampe an.

Der Schacht war gar nicht so tief, wie er aussah, wenn man von oben hineinguckte und es dunkel war.

Benni kletterte die ersten Sprossen der Leiter hinunter.

Die Leiter war aus kaltem Metall und etwas feucht und rostig. Benni holte sich einige Blasen an den Händen.

Komisch, anscheinend war hier wirklich vor Kurzem jemand die Leiter hoch oder runter geklettert, oder beides, denn er sah nirgends Spinnweben.

Oder doch.

An den Wänden klebten welche, als hätte jemand sie zur Seite geschoben, was wahrscheinlich auch so war.

Als er unten ankam, machte es ein leises schmatzendes Geräusch.

Unter ihm war alles aus purem Matsch.

Er rief hoch: „Der Nächste kann kommen. Aber er muss aufpassen, hier unten ist es ganz schön matschig.“

Dann schaute Benni sich noch mal um.

Was ist das denn. Sind dort wirklich Fußspuren?

Es sah so aus.

Und daneben war eine Schleifspur als hätte jemand, genaugenommen mehrere Leute, eine Person hinter sich hergezogen.

Das sieht ja nach einem Volltreffer aus.

Die Frage ist nur: Wohin führt dieser Gang?

In die eine Richtung hörte er sofort auf und in der anderen machte er eine Biegung so das Benni nicht sehen konnte wohin er führte.

Plötzlich riss ihn ein “Iiiiihhhhh“ aus den Gedanken.

Bella war auch unten angekommen und stand nun mit ihren neuen Schuhen im Schlamm.

Sie hatte sich an der Leiter wieder hochgezogen.

Benni nahm sie auf den Arm, damit der Nächste kommen konnte.

Er dachte sich, dass Bella schwerer war, als er sie sich immer vorgestellt hatte.

Als dann die anderen auch unten waren, schlichen sie mit schmatzenden Geräuschen den Gang entlang.

Nach einer Biegung stach ihnen plötzlich grelles Sonnenlicht in die Augen.

Sie kamen am Steinstrand raus.

Die Kinder mochten diese Stelle nicht so sehr, weil man hier schlecht Barfuß über den Boden laufen konnte.

Dies fanden auch viele andere Strandbesucher, denn der Strand war eigentlich immer leer.

Bis auf ein paar Hundebesitzer, die mit ihren Hunden hier ungestört ausgehen konnten.

Außerdem hatten die Leute ja Schuhe an.

Die Hunde zwar nicht, aber denen ist das egal.

Die Spuren führten weiter durch die Steine.

Benni dachte: „Das muss aber Papa sehr doll weh getan haben. Hoffentlich war er betäubt.“

Nach einiger Zeit führte die Spur ins Meer.

„Misste. Wo müssen wir denn jetzt hin? Die Spuren sind weg.“

Sarah sagte: „Wir müssen einfach den Strand nach mehr Spuren absuchen.“

Da meinte Bella: „Aber was ist, wenn sie mit einem Boot weggefahren sind?“

Da meinte der “ober-schlaue“ Simon: „Das kann nicht sein. Sonst wären hier Spuren.

Außerdem ist das Wasser viel zu flach. Also müssen wir weiter suchen.“

Sie gingen den Strand entlang. Mittlerweile war es schon ganz schön heiß geworden, aber es war noch erträglich.

Bella zog sich die Schuhe und die Socken aus und ging durch das Wasser.

Benni fragte: „Ist das nicht noch etwas kalt?“

„Nein. Das ist sehr angenehm.“

Daraufhin zog Benni auch seine Schuhe und seine Socken aus und ging neben Bella her.

Dann rief Sarah die etwas voraus gelaufen war: „Hier sind die Spuren wieder!“

Sie hatte Recht.

Die Spuren führten direkt zu einer Strandhütte, wo wahrscheinlich mal Surfbretter verliehen wurden.

Jetzt aber wohl eher nicht mehr, denn die Hütte war total kaputt.

Jedes vierte Brett war zerbrochen.

Die vier schlichen an ein Fenster und lauschten.

Zwei Männer saßen an einem Tisch und redeten.

„Dieser Mann gestern war echt komisch. Die Wirkung des Chloroforms hatte sehr schnell nachgelassen. Normalerweise erwachen sie erst, wenn sie abtransportiert werden.“

„Ja du hast recht. Der hat die ganze Zeit über die Maschine des Bosses geredet.“

„Wusstest du schon, dass der Boss die Maschine heute um 21.00 Uhr testen wollte?“

„Ja, aber wir können ja nicht hin, weil wir ja erst um 21.00 Uhr abgelöst werden. Da schaffen wir es nicht pünktlich in die Five Towers.“

Auf einmal sagte eine tiefe Stimme hinter ihnen: „Na, was macht ihr denn hier, ihr frechen Gören?“

Sie erschraken

Benni schrie: „Lauft!“

Alle vier liefen, doch Sarah war nicht so schnell wie der Muskelprotz und der Muskelprotz schnappte sie sich.

Sie schrie auf.

Kurze Zeit später schrie auch Simon auf.

Der Mann hatte ihn auch erwischt.

Zu dem Glück von Benni und Bella drehte der Mann um.

Zu ihrem Pech hatte er Sarah und Simon gefangen.

Bella fragte; „Was sollen wir jetzt machen?“

„Wir müssen meinen Vater befreien. Der weiß, was zu tun ist.“

Sie liefen zu den Five Towers.

Hier würden sie Professor Luchser und die Maschine finden.

Und vielleicht auch Bennis Vater.

Sie fragten an der Rezeption nach der Uhrzeit und nach Professor Luchser.

Die nette Frau an der Rezeption sagte: „Professor Luchser? Warten sie kurz. Ich muss einmal nachgucken.“ Die Frau tippte etwas am Computer ein. Dann sagte sie Tower 2, 93 Stock, Zimmer 24. Ach und es ist schon 20.30“

Bella antwortete mit einem: „Danke“ und die beiden gingen auf die Suche nach Tower zwei.

Es war nicht so leicht, wie man denkt, denn die Tower standen sehr weit auseinander.

Genauso schwierig war es, im Fahrstuhl die Nummer 93 zu finden, wenn dort 538 Knöpfe sind.

Als sie den Knopf dann gefunden hatten, dauerte es auch noch mal circa 10 Minuten, um bis nach oben zu kommen.

Warum musste Professor Luchser auch unbedingt im Tower 2 sein. Er war der mit dem fast ältesten Fahrstuhl in den ganzen Five Towers.

Nur der im Tower 1 war noch älter.

Als sie endlich oben ankamen, stand auf der Uhr im Fahrstuhl 20.51.

Sie stürmten weiter zum Zimmer 24.

Als sie dort ankamen machten sie einfach die Tür auf. Das war ein großer Fehler, denn Professor Luchser saß in der Mitte des Raumes auf einem Stuhl.

Er hatte schon die Elektronen von der Maschine am Kopf.

Als er sie bemerkte, zog er eine Pistole, stand auf und zielte auf Bella und Benni.

 

Während dies bei Benni und Bella geschah, lief folgendes bei Simon und Sarah ab.

Nachdem der Muskelprotz Simon und Sarah gefangen genommen hatte, brachte er sie zu der Hütte und sagte zu den anderen zwei: „Seht mal, was ich hier gefunden habe.“

Einer der anderen sagte: „Du weißt ja, was man gefunden hat, darf man behalten, heißt es doch so schön.“ Grölendes Gelächter.

Simon und Sarah fühlten sich wie die Gefangenen in einem Piratenfilm.

Die zwei wurden in eine Art Kerker gesperrt.

Simon hatte eine Idee, wie sie entkommen konnten.

Er weihte Sarah ein und fing dann an, über ganz viele Biologische Sachen zu erzählen.

Nach einiger Zeit sagte Sarah: „Können sie meinen Bruder nicht in einen anderen Raum sperren?“

„Gerne, hoffentlich hört er dann auf mit dem Gerede.“ Der Mann stellte seine Weinflasche auf einen kleinen Hocker.

Dann nahm er einen Schlüssel und machte die Gittertür auf. Er klemmte sich Simon unter den Arm und sagte zu Sarah: „Du bleibst hier!“

Simon griff schnell nach der Weinflasche und tränkte sein Hemd damit.

Dann zerschlug er die Flasche auf dem Kopf des Mannes.

Dieser lockerte den Griff nur kurz. Aber zu Simons Glück lang genug.

Jetzt ging alles ganz schnell.

Sarah sprang von hinten auf den Mann, sodass er fiel.

Dann hielt Simon das mit Wein getränkte Hemd dem Mann vor Nase und Mund, sodass er betäubt wurde.

So ähnlich hatten es diese Mistviecher wohl auch bei seinem Vater gemacht.

Nach kurzer Zeit kippte der Mann um.

Nun schlug Simon das morsche Holz an der Außenwand weg und die beiden kletterten ins Freie.

Sie rannten so schnell sie konnten nach Hause durch den Tunnel ins Labor.

Die zwei weiteren Männer hatten ihre Flucht bemerkt und verfolgten sie.

Als beide im Labor waren stellten sie einen schweren Karton auf die Falltür.

Dann rannte Simon hoch in sein Zimmer und setzte sich an den Computer.

Dieser war wie immer an.

Simon versuchte, sich in den Computer von Professor Luchser zu hacken.

Der erste Versuch scheiterte. Die Firewall blockierte den Zugang.

Beim zweiten Versuch klappte es dann.

Nun war es 20:58. Um 21:00 wollte Professor Luchser starten.

Simon rief schnell über seinen Computer die Polizei an.

Es klappte.

Nicht so wie beim ersten Mal.

Die Polizei fuhr zu den Five-Towers und ein Wagen zu Simon.

Irgendwer musste sich ja um die Typen dort unten kümmern. Kurz nachdem er angerufen hatte, sah er über die Überwachungskameras das Benni und Bella in den Raum stürmten.

Er sah auch seinen Vater in einer Ecke liegen.

Nun schaltete er sich über den Computer von Professor Luchser den Zugang zur Steuerung der Maschine frei.

 

„Ah, du bist wahrscheinlich der Sohn von Professor Libormann. Du heißt doch Benji oder Benli. Nein, du heißt Benni, richtig? Ich glaube kaum, dass ihr beide dabei zuschauen wollt, wie ich meine Pläne verwirkliche. Also werde ich euch wohl beide erschießen, da ihr mich sonst noch daran hindert.“

Doch auf einmal zuckte der Professor komisch und warf die Waffe Benni zu.

Dann ging er rückwärts und setzte sich auf den Stuhl und rief: „Los Männer lasst eure Waffen fallen und ergebt euch!“

Als er das sagte, klang seine Stimme so metallisch.

Und es war, als ob er es nicht selbst sagte, doch seine Männer reagierten schlagartig.

Benni schnappte sich die Waffe und zielte auf die Männer.

Der Professor schien ja die Seiten gewechselt zu haben.

Aus welchem Grund auch immer.

Dann kam auch noch ein Trupp der Polizei.

„Wer hat die denn gerufen?“, dachte sich Benni, hatte aber auch kein Problem damit, dass sie da waren. Die Polizei verhaftete die Männer und den Professor erst mal und riefen dann zu Benni: „Waffe fallen lassen.“

Was war denn jetzt los, war die Polizei doch nicht auf ihrer Seite.

Doch Benni tat, was sie sagten. Benni war total verwirrt.

 

Als später die Polizei weg war und Professor Libormann bei seinen Kindern und Bella saß, sagte Bella zu Benni: „So was machst du aber nicht später, wenn wir zusammen sind.“

Und dann fiel Benni noch was ein: „Ach und Papa, kannst du bitte die Zimmertür von Simon und Sarah ölen, die quietscht so.“