shadow

Der fremde Planet

von Adeel Tahir

Es war der 15. Oktober 3999 und ein sonniger Tag wie fast immer. Die Lage der Erde wurde von Jahr zu Jahr erschreckender. Es herrschte Hungersnot und Arbeitslosigkeit, da die Rohstoffe auf der Erde ausgingen.

Der Spanier Eliaz kam gerade vom Einkauf, um für sich was zu essen zu machen und anschließend wieder zu arbeiten. Er war ein sehr bekannter Astronom, weil er schon viele neue Planeten entdeckt hatte, die zuvor kein anderer gefunden hat. Es war aber nicht immer so gut gelaufen.

Als er sein Astronomie-Studium beendet hatte, wollte ihn zuerst keiner einstellen. Erst nach einer langen Zeit bekam er eine Stelle in einer Universität. Dort hatte er aber nicht viel Glück, weil er nichts schaffte. Die Schuld gab er den Maschinen, die er benutzte, und mit denen er nicht schnell und weit genug ins Universum sehen konnte. Darum beschloss er, Maschinenbau zu studieren, um bessere Maschinen zu bauen. Die drei Jahre waren für ihn sehr anstrengend, aber er schaffte das Studium. Schon in seinem Studium begann er zu gucken, wie man am besten und am schnellsten mit einer Maschine ins Universum sehen konnte. Viele Jahre vergingen, bis er eine Maschine entworfen hatte, die mehrere zig Millionen Kilometer in die Ferne sehen konnte. Darüber hinaus brauchte man dafür nur wenige Sekunden. Um diese Maschine zu bauen, brauchte er aber viel mehr Geld. Deswegen suchte er sich einen Job. Diesmal hatte er Glück, und er fand sofort eine Stelle als Astronom. Viel Erfolg hatte er nicht an seiner Arbeit, aber er hatte ein Ziel, und das war, genug Geld zu verdienen, um die Maschine zu bauen. Nach zweieinhalb Jahre harter Arbeit war es soweit. Er hatte genug Geld zusammen.

Er nahm sofort einen Monat Urlaub und begann zu arbeiten. Doch dann merkte er, dass er es in einem Monat nicht schaffen würde, seine Maschine zu bauen. Deswegen musste er wieder weiterarbeiten und konnte erst nach der Arbeit ans Werk. Nach drei Monaten hatte er es geschafft.

Es war ein ergreifender Moment, als er die Maschine anschaltete und zum ersten Mal durchschaute. Das Problem war nur, dass er nichts sah. Am Anfang dachte er, dass er einen Fehler beim Einsetzen der Linsen gemacht hatte. Das war es aber nicht. Dann schaute er nach, ob er Teile irgendwo falsch eingesetzt hatte. Das war es aber auch nicht. Zuletzt trat er aus Wut gegen die Maschine und guckte noch einmal durch. Was er dort sah, konnte er nicht beschreiben. Wie durch ein Wunder sah er durch die Maschine ins weite Universum.

Ab jetzt verbrachte er jede freie Minute mit der Maschine. Das, was andere Astronomen in mehreren Tagen sahen, konnte er in wenigen Sekunden sehen. Durch einen Zufall fand er einen Planeten, der mehrere Galaxien entfernt war. Er schaute nach, ob ihn schon ein anderer gefunden hatte. Er schaute zehn Mal nach. Nach dem elften Mal war er vor Staunen schockiert: Er hatte ganz allein einen neuen Planeten gefunden. Er rief zuerst in der Behörde für Astronomie an, um seine Angaben überprüfen zu lassen. Nach dem Anruf war klar, dass es SEIN Planet war. Er ließ seinen Planeten unter den Namen „E1“ registrieren. Das sollte Eliaz Nummer eins bedeuten. Die Nummer eins, weil sein Bauchgefühl sagte, dass er mit seiner Maschine viel mehr Planeten finden würde. So ging er mit viel Fleiß wieder ans Werk. An seiner Arbeit sprach es sich herum, dass Eliaz einen Planeten gefunden hatte. Viele fragten sich, wie er einen Planeten in so weiter Entfernung gefunden hatte, und wie er es als Anfänger in der Astronomie geschafft hatte, etwas so schnell zu finden, wofür andere Wissenschaftler mehrere Jahre brauchen würden. Darauf hatte Eliaz nur eine Antwort: Durch viel harte Arbeit.

Nachdem er genug Ruhm geschnüffelt hatte, begann er wieder mit seiner Maschine im Universum nach Planeten zu suchen, die zuvor keiner gesehen hatte. Viel Zeit verging, bis er endlich mal was anderes machte, als nur ins Universum zu gucken. Er ging raus, fuhr Fahrrad, ging essen, spielte mit seinen Freunden Basketball und guckte Fernsehen. Seine Maschine staubte langsam ein. Eines Tages lud er seine Freunde zu sich zum Essen ein. Als seine Freunde zu ihm kamen, sahen sie sofort die Maschine. Sie fragten sofort nach, was das sei. Eliaz wusste nicht genau, ob er seinen Freunden vertrauen konnte. Deswegen zögerte er zuerst, aber erzählte es ihnen dann doch in dem Glauben, ihnen Vertrauen zu können. Seine Freunde waren sehr begeistert und wollten, dass er nach dem Essen die Maschine anschaltete. Das tat er. Sie bekamen vor Staunen den Mund nicht mehr zu. Als er die Maschine vorstellte, fragte sich einer der Freunde, ob er einen Namen für die Maschine hätte. Eliaz wusste nicht, was er sagen sollte. Deswegen fragte er zurück, was für einen Namen sie der Maschine geben würden. Die Freunde hatten sehr viele Vorschläge, aber Eliaz gefielen sie nicht. Doch jetzt fiel ihm selbst ein Name ein. „A.D.L“ So hieß sein Onkel, Antonio Diego Luis, der immer zu ihm stand, in guten und auch in schlechten Zeiten. Auch bei finanziellen Problemen hatte er Eliaz schon geholfen. Der Onkel lebte aber leider weit weg, weswegen Eliaz nicht mehr viel Kontakt mit ihm hatte. Nun fand Eliaz aber, dass es eine gute Idee war, seine Maschine nach ihm zu benennen. Seine Freunde fanden den Namen auch passend. Nach einem schönen Abend mit viel Freude und Spaß gingen sie nach Hause.

Eliaz rief seinen Onkel an und erzählte ihm alles. Sein Onkel war sehr stolz auf ihn. Eliaz telefonierte so lange mit ihm, bis er sehr müde wurde. Er achtete nicht mal darauf, dass das Telefonat richtig teuer für ihn wurde, weil es ein Telefonat ins Ausland war. Er war einfach nur froh, mit seinem Onkel zu reden, wie er es früher getan hatte. Erschöpft vom Reden ging er danach gleich schlafen.

Er wachte morgens um acht Uhr auf. Das war normal für ihn, weil er ein Frühaufsteher war. Normalerweise ging er dann zur Arbeit, aber diesmal waren es die Pfingsttage, und er konnte zu Hause bleiben. Er ging sofort zu A.D.L. Und hielt Ausschau nach Planeten, Sternen und Gaswolken.

Er war immer noch müde von der Nacht, aber er suchte weiter. Plötzlich fing er an zu jubeln. Er sah einen Planeten in einer Galaxie, die zuvor keiner gesehen hatte oder kannte. Er freute sich so sehr, dass er mit seinen Boxershorts nach draußen ging und jubelte. Nachdem er fertig gejubelt hatte, ging er wieder rein, um nach dem Planeten zu gucken. Seine Mundwinkel gingen von oben wieder runter, weil er durch A.D.L nichts mehr sah. Er suchte eine halbe Stunde lang hin und her. Er gab die Koordinaten ein, wo der Planet war, aber dort fand er nichts. Schließlich hörte er auf zu suchen und ging traurig fernsehen. Kurze Zeit später ging er wieder zu A.D.L. Er fragte sich immer noch, wo der Planet war, den er gesehen hatte. Kurz darauf sah er einen Planeten. Diesmal aber ging Eliaz nicht weg und guckte genau hin, ob es den Planeten schon gab. Seine Mundwinkel gingen von unten wieder langsam nach oben. Wieder einmal hatte er einen Planeten gefunden. Sein Bauchgefühl hatte Recht. Er nannte den Planeten E2. Man kann sich bestimmt schon denken, wieso die Zwei. Seine Kollegen an der Arbeit bestaunten ihn mehr und mehr, weil nur wenige Menschen zwei Planeten in ihrem Leben fanden. Eliaz wurde bekannt. Nun bekam er viele Briefe von Sendern, die ihn in eine Show einluden. Eine Zeitung druckte ihn auf der Titelseite, die war zwar nicht so bekannt, aber immerhin war es eine Zeitung, meinte Eliaz.

Er nahm die Einladungen von allen Sendern an. Natürlich fragten sie ihn, wie er es geschafft hatte, nur mit einer Maschine in so kurzer Zeit zwei Planeten zu finden. Darauf gab er dieselbe Antwort wie früher schon: Durch viel harte Arbeit. Die Moderatoren bombardierten Eliaz noch mit vielen anderen Fragen. Aber er hatte immer eine passende Antwort parat. Mit gutem Gefühl ging er von einer Sendung in die nächste. In ein paar Wochen hatte er mehr Erfolg, als manche Schauspieler es in ihrem ganzen Leben hatten. Eliaz fühlte sich sehr wohl dabei. Er rief seinen Onkel an, um ihm von seinem Erfolg zu erzählen. Sein Onkel war so stolz wie nie zuvor.

Nach den ganzen Interviews war Eliaz erschöpft. Deswegen hatte er diesmal keine Zeit, um an seiner Maschine zu arbeiten. Als er am Morgen aufwachte, hatte er sehr starke Kopfschmerzen und starkes Fieber. Da es für ihn schwer war aufzustehen, beschloss er, heute einmal nicht zur Arbeit zu gehen und den Tag im Bett zu verbringen. Er fragte sich die ganze Zeit, was er tun konnte, aber ihm fiel einfach nichts ein. Schließlich ging er wieder zu seiner Maschine und schaute durch. Er sah sich in Ruhe noch einmal die Planeten an, die er gefunden hatte, und war sehr stolz auf sich. Nach kurzer Zeit fand er wieder einen Planeten. Er schaute nach, ob es ein Register dafür gab. Er guckte sich das Register an und fand nichts. Beim dritten Mal gucken sah er plötzlich, dass es doch schon ein Register dafür gab. Deswegen schaute er sich den Planeten nur zum Spaß an. Doch dabei sah er, dass sich auf dem Planeten etwas bewegte. Er dachte, dass es nur ein Windstoß sei oder, dass gerade ein Meteorit auf diesen Planeten fiel. Er ging duschen, weil ihm kalt war. Beim Duschen fiel ihm ein, dass es in der Atmosphäre gar keinen Wind gibt. Nach dem Duschen guckte er nach, ob es in der Galaxie Meteoritenschauer gab oder irgendwas gemeldet wurde, denn sein Gefühl sagte ihm, dass da was nicht stimmte. Und sein Gefühl hatte auch schon beim letzten Mal richtig gelegen. Deswegen suchte er voller Energie noch mal nach, ob etwas Besonderes in der Region los war. Eliaz fand nichts. Er beschloss, sich den Planeten noch einmal anzuschauen. Da seine Maschine gut genug war, den Planeten von der Nähe zu sehen, sah er Dinge, die andere bisher nicht sehen konnten. Er glaubte seinen eigenen Augen nicht: Er sah Menschen. Eliaz war verwundert. Er dachte, dass er nicht gut geschlafen hatte und deswegen Menschen auf einem anderen Planeten sah. Er schaute nochmal durch das Fernglas und sah wieder Menschen. Sofort lief er ins Bad und wusch sein Gesicht mit kaltem Wasser. Als er wiederkam, verfiel er in Gedanken. Er wusste nicht, was er machen sollte. Er bekam Angst. Nach ein paar Minuten Pause und mit viel Mut beschloss er, wieder durch das Fernglas zu sehen. Er sah wirklich Menschen. Er schrie ganz laut: „Dort herrscht LEBEN!“

Die Lebewesen sahen genauso aus wie die Menschen auf der Erde nur mit dem Unterschied, dass diese „Menschen“ klein waren. Sehr klein. Eliaz schätzte, dass sie circa einen Meter groß waren. Mehrere Wochen vergingen und Eliaz untersuchte den Planeten immer noch. Er hatte angefangen, alles in ein Heft zu schreiben, was er sah und dachte. Nach einem Monat Untersuchung hatte Eliaz schon fast ein Buch geschrieben. Er untersuchte jede Einzelheit. Nachdem er schon sehr vieles herausgefunden hatte, beschloss er, es den Medien zu sagen. Eliaz rief die Presse an. Da er schon zwei Planeten entdeckt hatte, kamen auch viele Menschen, weil sie wussten, dass er wieder einen Planeten gefunden hatte. Die Presse versammelte sich an Eliaz‘ Arbeitsstelle. Er bereitete sich kurz auf seine Rede vor und ging zu einem Rednerpult. Bevor er anfing zu reden, fingen alle an, ihm Fragen zu stellen. Aber als er dann sprach, wurden alle plötzlich leise und hörten wie kleine Kinder aufmerksam zu.

Am Anfang wusste Eliaz nicht genau, wie er es den Menschen sagen sollte, aber dann redete er einfach los. Er erzählte von einem Planet, der voll mit Bäumen, Pflanzen und Gras sei. Er sagte: „Die Lebewesen sehen dort genauso aus wie Menschen, nur viel kleiner. Die Technologie, die sie nutzen, ist so wie die auf der Erde vor 2000 Jahren. Sie leben in Helligkeit wie wir, weil sie eine Sonne haben, die allerdings viel kleiner ist. Nur einen Mond haben sie nicht. Rohstoffe haben sie ebenfalls, so wie wir vor langer Zeit welche hatten. Essen machen sie genauso wie die Menschen vor 2000 Jahren und, und, und“

Mittlerweile kamen immer mehr Menschen dazu. Dann sah Eliaz zwei schwarze Autos. Große, kräftige Männer in schwarzen Anzügen stiegen da aus. Eliaz blieb kurz der Atem im Halse stecken. Für den Bruchteil einer Sekunde dachte er, dass es Leute vom Geheimdienst sind. Aber der Gedanke verging schnell, da er noch viel zu erzählen hatte. Als er aufhörte zu reden, blieb es eine kurze Zeit lang still.

Dann fingen alle wie auf Kommando an, Fragen zu stellen. Eine Frage war zum Beispiel, ob die Lebewesen eine Gefährdung für die Menschen darstellten, und ob sie die Menschen auch sehen könnten. Dazu gab es nur eine Antwort: NEIN. Eliaz hatte sie lang genug beobachtet, um das zu wissen. Es kamen noch sehr viele Fragen, und Eliaz konnte alle beantworten.

Als er wieder zu Hause war und in seinem Bett lag, wollte eine Frage nicht aus seinem Kopf. Eine Frau hatte ihn zuletzt gefragt, welchen Namen Eliaz den Lebewesen geben würde. Er sagte zwar, dass er noch keinen Namen hätte, aber schon als er anfing die Lebewesen zu erforschen, war ihm ein Name eingefallen. Er nannte die Lebewesen Adeliten. In den nächsten Tagen kamen mehrere Artikel in verschiedene Zeitungen und Magazine über ihn und seine Entdeckung. Eliaz freute sich, da noch nie so viele Journalisten über ihn geschrieben hatten.

Eine Woche später bekam er einen Brief von der NASA. Eliaz war sehr überrascht, dass er einen Brief von denen bekam. Er ahnte schon, dass es um den Planeten ging, auf dem Leben herrschte. In dem Brief stand, dass er zur NASA eingeladen wurde. Die Leute wollten wohl über diesen Planeten reden. Der Termin war erst in zwei Wochen, aber Eliaz war vom ersten Tag an sehr aufgeregt. Am Tage des Gesprächs stand Eliaz früh auf, damit er hellwach und vorbereitet war. Er fuhr mit seinem Auto dort hin. Als er das Zimmer betrat, sah er fünf Menschen in Anzügen an einem Tisch sitzen. Einer bat ihn, neben sich Platz zu nehmen. Sie sprachen mit ihm über den Planeten und wollten jede Einzelheit wissen. Aber die wichtigste Frage war, mit welcher Maschine er es geschafft hatte, den Planeten so nah zu sehen. Am Anfang sagte er, dass es die Maschinen waren, die er auch an der Arbeit benutzte. Aber die Leute in den Anzügen hatten die Maschinen dort bereits untersucht und konnten den Planeten nicht so genau sehen wie Eliaz. Eliaz fing vor Angst an zu schwitzen. Die Männer guckten ihn genau an und wussten, dass er etwas verbarg. Einer der Männer wusste, dass Eliaz nur noch ein bisschen mehr Druck brauchte. Nach kurzer Zeit hielt es Eliaz nicht mehr aus und sagte ihnen, dass er selbst eine Maschine gebaut hatte. Die Männer waren sehr überrascht. Eliaz sagte, dass die Maschine bei ihm zuhause stand. Einer der Männer ging kurz telefonieren. Die anderen erzählten Eliaz, dass sie seine Maschine zur Hauptzentrale bringen würden, und er sich keine Sorgen machen müsste. Eliaz wollte das zwar nicht, aber er wusste, dass er nichts dagegen machen konnte. Zuletzt, als Eliaz rausging, bat einer der Männer ihn zu sich. Er sagte, dass sie einen Mann wie Eliaz suchen würden und bot ihm eine Stelle an. Er würde dreimal so viel verdienen wie bisher. Eliaz stimmte sofort zu. In den nächsten Tagen kündigte Eliaz an seinem alten Arbeitsplatz und fuhr zu seiner Arbeit bei der NASA. Die Männer baten ihn, den Planeten mit seiner Maschine zu zeigen. Eliaz war sehr stolz darauf. Sie sagten Eliaz, dass sie versuchen würden, mit dem Planeten Kontakt aufzunehmen. Eliaz war ein bisschen erstaunt, aber eigentlich hatte er das auch geahnt. Die Männer sagten, wenn es möglich sei, würden sie die Adeliten fragen, ob die Erde Rohstoffe von ihrem Planeten bekommen könnte, sodass das Leben auf der Erde wieder einen Sinn machte. Die Männer wussten aber nicht, wie sie es schaffen könnten, eine Nachricht zu einem Planeten zu schicken, der mehrere Millionen Kilometer weit weg war. Sie baten Eliaz, dass er und ein Team versuchen sollten, etwas zu bauen, womit man schnell und weit Nachrichten versenden konnte. Eliaz bekam ein Team zugewiesen und fing noch am selben Tag an zu arbeiten.

Nach einem langen Gespräch hatte er eine perfekte Vorstellung davon, was er mit seinem Team bauen wollte, eine Rakete. Eliaz freute sich, dass er genug Materialen bekam, um etwas bauen zu können, und nicht sein eigenes Geld opfern musste. Am Anfang bauten sie nur ein Modell. Das Modell musste vom Komitee genehmigt werden. Und das wurde es auch. Sofort danach fing das Team an, die Rakete zu bauen. Es dauerte genau 2 Monate, 15 Tage und 10 Stunden, bis sie fertig waren. Das wusste Eliaz so genau, weil die Leute bei der NASA immer sehr genau waren.

Als Erstes wurde eine Probefahrt gemacht. Die Rakete sollte so schnell wie möglich zum Mars und wieder zurückfliegen. Eliaz sagte, dass sie es in zwei Stunden schaffen würde. Als die Rakete wieder auf der Erde ankam, hatte sie genau eine Stunde und 56 Minuten gebraucht. Eliaz war sehr glücklich darüber. Ein paar Wochen später war die Rakete klar zum Starten. Eliaz und sein Team hatten noch ein bisschen an ihr verbessert, sodass sie noch schneller und besser fliegen würde. Der Countdown begann: 10. 9. 8. 7. 6. 5. 4. Die letzten drei Sekunden waren die längsten drei Sekunden in Eliaz‘ Leben. Vor Neugierde begann er zu zittern. Das sah man daran, weil er ein Glas mit Wasser in der Hand hielt, und das Wasser anfing zu vibrieren. Der Countdown ging weiter. 3. Eliaz‘ Herz fing immer schneller an zu klopfen. 2. 1. Und Go. Die Rakete ließ eine starke Rauchwolke hinter sich und flog erfolgreich weg. Es würde genau eine Woche dauern, bis sie ankommen würde. Innerhalb dieser Woche schaute Eliaz von seiner Maschine aus nach, ob alles richtig lief. Am letzten Tag der Woche ging er sehr früh zur Arbeit. Damit er auf gar keinen Fall zu spät kam, um zu sehen, wie die Rakete auf dem Planeten ankam. Eliaz war gespannt wie noch nie. Als die Rakete landete, waren die Adeliten sehr überrascht und fragten sich, was das sein konnte. Sie schauten nach oben, als ob sie sehen könnten, dass die Menschen auf der Erde sie beobachteten. Eliaz und sein Team wussten nicht, welche Sprache sie sprachen, deswegen hatten sie eine Zeichnung gemacht, die zeigen sollte, dass die Rakete von einem anderen Planeten kam. Aber zur Sicherheit hatten sie auch ein Band mitgeschickt, worauf in den zehn wichtigsten Sprachen der Satz stand, dass sie von einem anderen Planeten kommt. Die Rakete war so gebaut, dass sie sich in genau 15 Stunden automatisch auf den Weg zurückmachte.

Nach ihrer Rückkehr sahen sich Eliaz und das Komitee das Video an, das die Rakete auf dem fernen Planeten gemacht hatte. Sie merkten, dass die Adeliten keine Sprache sprachen, sondern so was Ähnliches wie die Gebärdensprache benutzten. Es war also eine gute Idee gewesen, ein Video zu machen. Nach ausreichender Analyse wussten sie jetzt, dass sie fast genau dieselbe Gebärdensprache hatten wie gehörlose Menschen auf der Erde. Danach ging das Komitee in einem extra Raum. Eliaz fand das ein bisschen seltsam, aber dachte sich nicht viel dabei. Nach einer halben Stunde saß das Komitee immer noch hinter verschlossenen Türen. Eliaz ging ein kalter Schauer über den Nacken. Sein Gefühl sagte, dass irgendetwas nicht stimmen würde. Er fasste sich ein Herz und ging leise zur Tür, damit er ein bisschen zuhören konnte. Aber er hörte nur sehr wenig. Er fragte sich, ob er noch mehr hören würde, wenn er die Tür ein bisschen aufmachen würde. Geräuschlos schob er sie ein kleines bisschen auf. Die Männer redeten immer noch über das Raumschiff, und er hörte seinen Namen.

Als er nach Hause ging, verfiel er völlig in Gedanken. Was er gehört hatte, wunderte ihn sehr. Mehr noch, er war schockiert. Seine Augen waren weit aufgerissen und sein Mund stand offen. Er hatte gehört, dass sie Raumschiffe dort hinschicken und die Bewohner des Planeten bedrohen wollten. Sie wollten ihnen sagen, dass sie sie umbringen würden, wenn sie ihre Rohstoffe nicht hergeben würden.

Eliaz wusste, dass die Erde in keiner guten Lage war, aber er wollte nicht glauben, dass die Menschen so etwas tun würden. Außerdem war er der Meinung, dass es viel effektiver sei, die Erde auf andere Weise zu retten. Wenn die Rohstoffe von den Adeliten ausgingen, dann würde es keinen anderen Planeten mehr geben, der die Erde wieder retten konnte. Also sollten die Menschen lieber jetzt gleich anfangen, aus ihren Fehlern zu lernen, und sie sollten lernen selbst mit ihren Problemen klarzukommen. Wie würde es der Erde denn gefallen, wenn ein anderer Planet käme und sie einnehmen wollte, wegen was auch immer?

Aus Eliaz‘ Angst wurde langsam Wut. Er gab sich selbst die Schuld daran, dass die Adeliten sehr wahrscheinlich sterben würden. Hätte er die Maschine nicht gebaut, dann wäre es nie so weit gekommen. Es war schon sehr spät und Eliaz legte sich in sein Bett. Doch die Nacht war sehr unruhig für ihn. Er stand mitten in der Nacht auf, schlief nur ein paar Stunden und hatte am Morgen höllische Kopfschmerzen.

Mittlerweile war es schon Sonntag. Eliaz musste heute nicht zur Arbeit und konnte auch nicht zur Arbeit, da das NASA-Werk sonntags geschlossen war. Eliaz beschloss, trotzdem dorthin zu gehen. Er hatte einen eigenen Schlüssel von der Firma bekommen, damit er freien Zugang zu seiner Maschine hatte. Er lief zu den Werkzeugen und nahm ein Brecheisen. Er ging zu seiner Maschine und schaute sie sich noch einmal genau an. Er dachte daran, wie er seine Maschine gebaut hatte, und welchen Spaß es ihm gemacht hatte. Er atmete einmal richtig ein und aus. Und schlug mit voller Kraft zu. Er wusste, was er kaputtmachen musste. Er wusste, wie er etwas kaputt machen musste. Fünfzehn Minuten lang schlug er zu. Als er fertig war, keine Kraft mehr hatte und völlig durchgeschwitzt war, setzte er sich auf den Boden und sah nur noch einen Blechhaufen. Seine ganze Arbeit. Das, wofür er jeden Tag nach der Arbeit gearbeitet hatte. Das, wofür er sehr viel Geld ausgegeben hatte. Das, wovon er dachte, dass er damit berühmt und lange in Wohlstand leben würde. Das war nun zerstört. Die Maschine war aber nicht alles, was er kaputtmachte. Er schlug auch die Rakete kaputt. Die Computer, wo alles abgespeichert war und die Modelle, alles schlug er kaputt. Zuletzt nahm er all die Papiere, worauf etwas über die Maschine und die Raketen stand und ging raus. Er nahm sein Feuerzeug, verbrannte die wichtigsten Zettel und legte sie auf die anderen Papiere. Von der Ferne aus betrachtete er, wie sein Lebenstraum unter den Flammen verschwand. Als er zuhause ankam, schrieb er einen Brief an die NASA und schickte ihn ab. Anschließend zog er seine Sachen aus, legte sich hin und schlief ganz ruhig ein. In dieser Nacht schlief Eliaz so gut und so lang wie noch nie.