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Der Magier vom Düsterwald (Jan Vincent Grundt, 12)

1
Eines Tages lief ein 12 Jahre alter Junge namens Jeremy in den Düsterwald in New County. Seine Eltern hatten ihm verboten, dorthin zugehen, aber er war sehr traurig gewesen, denn in der Schule ärgerten ihn die Schüler jeden Tag, obwohl er ihnen gar nichts getan hatte. Als er im Wald war, verlief er sich. Plötzlich stand er vor einem riesigen Baum. Es musste der Baum sein, der den ganzen Wald leben ließ. Ein riesiger Vogel wollte die Kernenergie des Baumes stehlen, wodurch der ganze Wald gestorben wäre. Jeremy hatte das in der Schule gelernt. Er hatte auch gelernt, dass Kernenergie ein Kristall ist, der nur in riesigen Bäumen in Wäldern zu finden ist, und dass sie flüssig durch die Wurzeln in jeden Baum gelangt und ihm so seine Energie gibt.
Der Vogel wollte sich die Kernenergie aus dem Stamm des riesigen Baumes holen. Jeremy konnte das nicht zulassen. Er warf dem Vogel einen Stein gegen den Kopf. Da flog der Vogel verwirrt davon.
Plötzlich sprach der Baum: „Ich bin der Geisterbaum. Danke, dass du mich vor Kuro dem Vogel gerettet hast. Er mag keine Wälder, deswegen versucht er, alle Geisterbäume zu zerstören. Der Wald verdankt dir sein Überleben.“
Jeremy schaute den Geisterbaum verdutzt an. Da fragte der Geisterbaum: „Willst du, Jeremy, den Wald verteidigen?“
Jeremy sagte zaghaft: „Ja.“
Da sagte der Geisterbaum: „Ok, ich werde dir jetzt Zauberkräfte geben, damit du uns beschützen kannst.“
Als der Geisterbaum zu Ende gesprochen hatte, rieselte ein Regen aus kleinen blauen Sternchen auf Jeremy herab. Jetzt war Jeremy also ein Magier. Da sagte der Geisterbaum: „Von nun an musst du für immer hier im Wald leben. Und übrigens, der Wald ist ein Zeitloch, also wirst du nicht älter. Durch deine Magie wirst du auch außerhalb des Waldes nicht älter.
Hier begann Jeremys Abenteuer.

2
Jeremy durchstreifte gerade den Düsterwald, da sah er einen kleinen hellblauen Lichtball, der Flügel hatte. Der Lichtball hing in einem Spinnennetz fest und schrie um Hilfe. Jeremy hatte dem Geisterbaum versprochen, den Wald und alle Lebewesen darin zu beschützen. Also zerriss er das Spinnennetz, und der Lichtball war frei.
Da sagte der Lichtball: „Danke, dass du mich gerettet hast. Ich bin Lulu eine Fee, ich konnte mich als einzige retten. Kuro der große Vogel hat alle Feen außer mir gestohlen und in sein Nest im Feenland verschleppt.“
Jeremy konnte sich noch gut an Kuro erinnern. Aber von einem Feenland hatte er noch nie gehört. „Feenland?“ sagte er so als wäre die Fee verrückt.
Die Fee antwortete: „Kennst du es nicht? Es ist auf der anderen Seite des Waldes.“
„Dort ist nichts“, sagte Jeremy mit Nachdruck.
„Wohl“, zischte Lulu.
„Ich bin schon einmal um den ganzen Wald herum gelaufen, er ist viel zu klein für eine andere Welt“, sagte Jeremy genervt.
„Törichter Junge, der Wald sieht von außen klein aus, aber innen ist er unendlich groß. Hast du noch nie das alte Sprichwort gehört: Von außen klein, von innen groß?“, fragte Lulu. Dann sagte sie: „Nun, willst du die Feen befreien, ich würde dir auch helfen?“
Jeremy hätte lieber nein gesagt, aber er musste helfen, er hatte es dem Baum versprochen. Also folgte er Lulu ins Feenland.

3
Jeremy und Lulu blieben stehen, er fragte sie: “Du weißt doch wie der Weg ist, oder?“
„Ja natürlich, hier irgendwo.. äh da“, antwortete sie leise.
„Du zeigst auf einen Stein“, sagte Jeremy genervt.
„Ups, ok ich weiß den Weg nicht mehr. Zufrieden?“
Jeremy war schockiert, dann sagte Lulu leise: „Wir müssen einen abgestorbenen Baum finden.“
Zum Glück wusste Jeremy wo dieser Baum stand und er und Lulu gingen dorthin.
„Was jetzt?“, fragte Jeremy.
„Ich mach das schon“, sagte Lulu. Sie berührte die Äste am Baum in einer bestimmten Reihenfolge, dann leuchtete der Baum auf und im nächsten Moment waren sie in das Feenland teleportiert worden. Lulu und Jeremy teleportierten sich mit Jeremys Teleportzauber zu Kurus Nest. Komischerweise waren alle gefangenen Feen in Flaschen aus Kristall gefangen. Jeremy öffnete eine Flasche und eine grüne Fee kam heraus.
Lulu schrie: “Lilli, juhu du bist frei!“
Lilli schrie: „Das ist eine Falle, lauf, lauf!“
In diesem Moment landete Kuro mit Erdbeeren in seinem Nest. Da begann der Kampf zwischen Jeremy und Kuro. Kuro war aber viel größer und stärker als Jeremy. Jeremy war sehr schnell erschöpft. Kuro holte aus und Jeremy fiel bewusstlos zu Boden. Als Kuro einen vernichtenden Schlag loslassen wollte, erschufen Lulu und Lilli ein schützendes Kraftfeld für Jeremy, aber Kuro war auch stärker als das Kraftfeld. Durch Kuros Kraft wurden die drei getrennt und über das Feenland verteilt.

4
Als Lulu aufwachte, lag sie an einem Fluss. Sie richtete sich auf und schrie: „Lilli, Jeremy!“ Leider bekam sie keine Antwort, es war sehr dunkel. Lulu sah in der Ferne ein grünes Licht, es musste Lilli sein. Lulu war Feuer und Flamme, sie flog so schnell wie ein Düsenjäger zu Lilli. Lilli schien sehr traurig zu sein. Als Lulu fragte, was los sei, fing Lilli an zu weinen: „Lulu…“ Die nächsten Worte danach fielen ihr sehr schwer: „… es, es, es geht um Jeremy, ich, ich, ich glaube er ist von uns gegangen. Als ich ihn fand, atmete er nicht.“
Als Lulu das hörte, zerbrach etwas in ihr, und sie fragte: „Und wo ist er?“ Bei diesen Worten fing auch sie an zu weinen.
Lilli führte Lulu in die Höhle, in die sie Jeremy getragen hatte, da lag Jeremy bewegungslos. Lulu gab Jeremy einen Kuss, sie war in ihn verliebt gewesen. Plötzlich fing Jeremy wieder an zu atmen und stand auf. Er sagte: „Was ist passiert, wo bin ich?“
Die Feen tanzten um ihn herum und kuschelten mit ihm vor Freude. Was sollten sie jetzt tun? Sie hatten gegen Kuro verloren, alle Feen im Stich gelassen. Jeremy aber hatte noch Hoffnung. Da hatte Lilli eine Idee. Sie und Lulu könnten Kuro ablenken, während Jeremy Kuro verzaubert. Alle fanden die Idee toll. Also teleportierten sie sich zu Kuro, der immer noch in seinem Nest saß und setzten ihren Plan in die Tat um.
Alles lief gut, bis auf die Sache mit dem Zauber, denn Jeremy hatte zuerst den Zauberspruch vergessen.
„Großer Vogel wird jetzt klein, das ist fein“, kam es ihm schlussendlich doch aus dem Mund geschossen. Und aus Kuro wurde ein Spatz.
Jeremy, Lulu und Lili befreiten die restlichen Feen und waren sehr glücklich, dass sie es geschafft hatten. Jeremy wollte jetzt wieder in den Düsterwald zurückkehren, aber da sagte Lulu: „Ich liebe dich mehr als alles andere auf der Welt, deshalb möchte ich dich für immer begleiten und nicht von deiner Seite weichen!“
Das war es, was Jeremy wiederbelebt hatte, Lulus unbändige Liebe. Jeremy war erstaunt, aber er erwiderte diese Liebe. Also gingen beide zurück in den Düsterwald.

5
Jetzt waren Jeremy und Lulu zurück im Düsterwald, beide gingen erstmal zum Geisterbaum und erzählten ihm ihr Abenteuer. Da war der Geisterbaum sehr erstaunt und sprach: „Danke, dass du dein Versprechen gehalten hast.“
Jetzt fielen Jeremy seine Eltern wieder ein und er wurde traurig, weil er für immer im Wald bleiben sollte. Als der Geisterbaum das sah, hatte er Mitleid mit Jeremy und sagte: „Jeremy du darfst wieder dein normales Leben haben, unter der Bedingung, dass du jeden Tag nach dem Wald sehen wirst, verstanden?“
Jeremy sagte: „Ja, ja das möchte ich.“
„Ok“, sagte der Geisterbaum.
„Aber es ist doch schon eine Woche vergangen“, sagte Jeremy, nachdem er es ausgerechnet hatte.
„Du irrst dich, es sind erst 10 Minuten vergangen“, sprach der Geisterbaum.
„Waaas?“, fragte Jeremy verwundert. Aber das war ihm eigentlich egal, denn er freute sich zu sehr, dass er zu seinen Eltern zurück konnte. Aber was sollte er mit Lulu machen? Er könnte sie ja in seiner Jacke verstecken. Er erzählte Lulu alles, und sie verließen den Wald. Immer, wenn Jeremy jetzt in die Schule ging, hatte er sehr viel Selbstvertrauen, weil er durch seine Abendteuer Mut gewonnen hatte, und weil er immer eine Freundin an seiner Seite hatte.