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Die Reise ins Nichts

von Miles Mootien

Tag 1

Nichts. Nichts außer Zerstörung. Überall sind Trümmer von Gebäuden und es ist ungewöhnlich ruhig, kein Wind oder Anzeichen für Leben. Eigentlich ist es sogar komplett still so, dass ich meinen eigenen Herzschlag ganz deutlich hören kann. Am Himmel hängen die Wolken so tief wie ich noch nie gesehen habe. Es ist als würden sie gleich auf mich hinab fallen und mich erdrücken. Sie sind auch nicht weiß, nicht einmal grau sonder pechschwarz. Was war geschehen, das zu so einer Zerstörung führte? Ich frage mich ob es überhaupt funktioniert hatte oder ob ich tot bin, weil diese Welt so irreal wirkt. Wo und vor allem: wann bin ich? Als ich an der Maschine nachschauen wollte musste ich feststellen, dass sie beschädigt ist und eine Rückreise undenkbar ist. Ich war erstarrt, war es Angst, Verzweiflung oder etwas anderes? Egal, dafür ist keine Zeit. Ich muss einen Weg zurück finden, aber wie bin ich überhaupt hergekommen?
Alles begann vor 3 Jahren, es war ein ganz normaler Tag in meiner Arbeit als Physiker. Nach einem gescheitertem Experiment an Quantenwirbeln bemerkte ich, dass sich die Teilchen ungewöhnlich verhalten. Und ich entwickelte eine Theorie die mit Hilfe der Quantenwirbel eine Zeitreise ermöglichen würden. Alle anderen sagten aber, dass das niemals funktionieren würde, da alle meine anderen Theorien widerlegt wurden. Aber dieses Mal war ich mir sicher, dass ich recht habe und begann selbst an einem Prototypen für eine von einem selbst entwickelten Quantenvergaser zu bauen. Ich steckte all mein Geld und meine Zeit in den Bau und nach 3 Jahren gelang es mir eine Zeitmaschine zu bauen. Als sie fertig war konnte ich es nicht erwarten sie auszuprobieren und schaltete sie ein ohne Rücksicht auf die Sicherheit.

Tag 2

In der Nacht habe ich Unterschlupf unter einigen größeren Trümmern gesucht, aber ich konnte nicht schlafen. Zum Teil lag es daran, dass ich nicht wusste wie oder ob ich zurück kehren kann aber es war auch nicht so still wie am Tag. Hin und wieder hörte ich Geräusche, von denen ich nicht wusste was sie machte, aber das wollte ich auch nicht. Vielleicht habe ich sie mir auch nur eingebildet, hoffentlich.
Heute ist mir gelungen die Maschine größtenteils zu reparieren, aber damit sie funktioniert fehlt mir ein wichtiges Teil des Quantenvergasers. Ich hoffe, dass es in dieser Zeit irgendwo so etwas gibt.
Meine Vorräte habe ich in Rationen aufgeteilt, aber sie reichen höchstens noch eine Woche. Ich muss irgendwie an Essen und Trinken kommen. Meine Vorstellung von der Zukunft sah ganz anders aus – mit fliegenden Autos und super modernen Häusern, aber ich dachte nicht, dass es ein Problem sein könnte etwas Essbares zu finden.

Tag 3

Nachdem ich einige Kilometer zu Fuß gelaufen bin, hat sich nichts an der Landschaft verändert. Ich glaube nicht, dass sich daran noch etwas verändern wird. Obwohl es hoffnungslos erscheint, kann ich nicht akzeptieren, dass ich hier sterbe. Deshalb laufe ich weiter. Nach einer weiteren stunde habe ich ein Straßen Schild entdeckt auf ihm stand Bellagio Road, die Straße gab es auch in der Nähe von meinem Wohnort vielleicht war ich gar nicht so weit weg wie ich dachte. Und dann konnte ich meinen Augen kaum glauben. Ein nicht ganz zerstörter Supermarkt. Ich bin rein gegangen und hatte die Hoffnung etwas zu Essen oder zu Trinken zu finden, aber es gab nichts. Er war vollständig leer. Zuerst wollte ich schon aufgeben aber dann wusste ich es: Ich bin vielleicht doch nicht allein.

Tag 4

Nachts konnte ich wieder nicht gut schlafen, aber dieses Mal lag es nicht an den Geräusch oder an der Verzweiflung. Sondern ich konnte es nicht erwarten weiter zu gehen.
Heute werde ich weiter gehen in der Hoffnung auf Überlebende zu treffen. Ich bin jetzt den ganzen Tag weiter gegangen ,aber ich habe nichts gefunden. Als die Sonne unter ging wollte ich mir eigentlich einen Unterschlupf suchen. Doch dann sah ich in weiter Ferne ein Licht. Ich hoffe, dass das Licht von Überlebenden kommt und deshalb laufe ich jetzt weiter. Das Licht ist vor kurzem erloschen und ich suche mir jetzt einen Unterschlupf zum schlafen um morgen weiter gehen zu können.

Tag 5

Obwohl ich es eigentlich ignorieren wollte konnte ich es nicht. Ich fragte mich woher die Geräusche kamen, die ich jede Nacht höre. Es könnte auch Einbildung sein, aber ich glaube, dass mich etwas verfolgt. Das war im Moment aber auch nicht so wichtig. ich muss weiter gehen, weil ich ja nicht weiß ob das Licht morgen auch noch da sein wird. Gerade wird es wieder dunkel und ich Hoffe, dass ich das Licht wieder sehen werde. Da war es, ich war ein gutes Stück näher gekommen.

Tag 6

Ich bin in der Nacht noch sehr weit gekommen, aber ich muss noch heute ankommen, denn sonst gehen meine Vorräte aus.
Ich komme gerade dem Ort an dem ich glaube das Licht gesehen zu haben immer näher und auf dem Boden sind Fußspuren ich bin mir jetzt sicher, dass ich nicht allein bin und renne so schnell ich kann ich kann nicht noch länger alleine in dieser zerstörten Welt sein.
Die Sonne ist eben untergegangen und das Licht leuchtet wieder, es ist zum greifen nah nur einige hundert Meter.
Ich bin jetzt angekommen. Der Ort ist von einem riesigen Zaun aus Schrott umgeben ich frage mich wozu er ist ob er zum Schutz vor etwas von außen war oder ob etwas zum Schutz darin eingesperrt war? Obwohl ich nicht wusste was mich erwartet suche ich mir einen Weg hinein in der Hoffnung auf Überlebende zu treffen. Ich habe grad ein kleines Loch in dem Zaun gefunden gerade groß genug für mich und die Maschine. Hoffentlich finde ich auf der anderen Seite etwas, das mir hilft. Ich habe mich jetzt durch das Loch gezwungen und bin jetzt innerhalb des Zauns. Es gibt hier ein eine Hütte oder etwas ähnliches, aber sie sieht verlassen aus. Hoffentlich finde ich wenigstens etwas zu essen oder zu Trinken, auch wenn es unwahrscheinlich ist. Ich bin gerade innerhalb des Zauns auf der Suche nach Nahrung um meine Vorräte wieder aufzufüllen, aber ich höre hin und wieder etwas wie Schritte. Werde ich verfolgt? War das das, was mich jede Nacht wach gehalten hat? Und wird es gleich über mich herfallen? Die Schritte kommen immer näher, ich habe mir ein langes Metallstück genommen und warte jetzt darauf etwas zu sehen. Ich sehe jetzt meinen Verfolger direkt in die Augen, aber es ist kein Monster sondern ein Mensch jemand der die Katastrophe überlebt haben muss. Er sagt:
,,Hallo, wer bist du?“ Ich bin froh darüber, dass er dieselbe Sprache wie ich spricht. Ich antworte ihm: Mein Name ist Jason Fernandez und ich komme aus der Vergangenheit, aber meine Zeitmaschine wurde beschädigt. Er lacht, aber er scheint mir trotzdem helfen zu wollen. Er sagt: ,,Mein Name ist Oliver Brown. Komm mit ich kann dir was zu Essen geben.“ Auf dem Weg zu einer der Hütten frage ich ihn, was passiert ist, das zu so einer Zerstörung führen konnte? Er antwortete: ,,Vor einem Jahr gab es einen lauten Knall, gefolgt von einer starken Druckwelle, die alle Gebäude sofort einstürzen ließ und viele Blitzen am Himmel. Nach ein paar Minuten war alles vorbei und es war nichts mehr wie vorher. Ich hatte Glück und konnte mich retten, aber ich weiß nicht, weshalb das alles passiert ist. Vor einigen Monaten tauchten auch diese Kreaturen auf, deswegen habe ich Diesen Zaun um meine Hütte gebaut. Das Licht habe ich jeden Tag an gemacht um auf mich aufmerksam zu machen, ich hoffte, dass ich nicht alleine bin.“ Wahrscheinlich habe ich nachts auch diese Kreaturen gehört, ich hatte sehr viel Glück, dass ich ihnen nicht über den Weg gelaufen bin.“ Wir gehen in die Hütte und er gibt mir eine Konservendose mit etwas Suppe. Beim Essen fragte er mich, wie das mit dem Zeitreisen gemeint war, weil er mir nicht wirklich glauben wollte, also erklärte ich ihm wie ich hier hergekommen bin. Nach 2 Stunden glaubte er mir dann. Ich fragte ihn, wo wir sind und welches Jahr es ist? Er sagte, dass wir in Los Angeles sind, das ist auch die Stadt in der ich wohnte. Anscheinend habe ich mich nur in der Zeit bewegt. Doch als er sagte, dass es 2021 ist, erstarrte ich. Ich wollte schreien, doch kein Ton kam aus mir ich konnte mich rein gar nicht bewegen, denn ich wusste ich war nur ein Jahr in die Zukunft gereist!

Tag 7

Ich habe die ganze Nacht darüber nachgedacht: Vielleicht war die Ursache der Katastrophe meine Schuld und die Zeitmaschine hat alles zerstört und durch die radioaktiven Abgase wurden diese Kreaturen erschaffen. Ich muss es jetzt erst recht wieder zurück schaffen um diese Katastrophen verhindern zu können. Oliver hat zugestimmt, mir bei der Reparatur der Maschine zu helfen. Obwohl er nichts von Quantenmechanik versteht, ist er hoffentlich eine Hilfe bei der Suche nach dem letzten fehlenden Teil. Bei meinem Haus kann es vielleicht noch eines dieser Teile geben, deshalb machen wir uns jetzt auf den Weg dorthin. Es erschein zwar hoffnungslos dort zu suchen wo alles begann aber vielleicht hat es in dem Safe, in dem ich es aufbewahrte überlebt. Oliver ist eine echt große Hilfe, weil er sich hier so gut auskennt, konnten wir schon herausfinden, wo mein Haus sein müsste. Wir haben es auch schon so weit geschafft, dass wir es bis morgen Nacht erreicht haben können.

Tag 8

Wir sind jetzt fast am Ziel und die Sonne ist schon untergegangen. Oliver sagte, dass wir uns beeilen müssen, weil er die Kreaturen hier am häufigsten gesehen hat.
Mein Haus müsste jetzt schon in Sichtweite sein aber es ist zu dunkel um etwas zu sehen. Als wir angekommen waren, hörten wir aber etwas: Es war eine der Kreaturen. Oliver sagte, dass ich weiter laufen soll und er sie aufhält. Ich wollte ihn nicht alleine mit dieser Kreatur lassen aber es war die einzige Chance alles rückgängig zu machen also lief ich weiter und suchte nach dem Safe und dem Teil.

Tag 9

Es war jetzt schon wieder hell geworden, aber ich konnte das Teil noch nicht finden. Oliver und die Kreatur sind verschwunden. Ich will nach ihm suchen, aber ich habe keine Zeit dafür.
Da ist er der Safe in den ich das Teil gelegt hatte. Hoffentlich ist es nicht kaputt. Ich versuche jetzt den Safe zu öffnen.
Nach einigen Minuten habe ich den Safe öffnen können und da war es. Es ist noch heil. Ich bin so froh, dass ich jetzt zurückkehren kann.

Tag 10

Es ist mir gelungen das Teil einzubauen, hoffentlich funktioniert es.

Zurück zuhause

Geschafft, ich habe es geschafft. ich bin zurück in der Vergangenheit noch bevor ich die Maschine zum ersten Mal gestartet habe. Dort steht sie. Ich habe mir einen Hammer genommen und sie zerstört. Ich hoffe, dass ich dadurch die Katastrophe verhindern kann.

Tag 1 (Zurück zuhause)

Ich bin heute wieder ganz normal zur Arbeit gegangen und obwohl ich es mir nicht anmerken lasse, komme ich nicht so gut mit dem Gedanken klar, dass ich die Welt zerstört habe. Und ich mache mir auch Sorgen: was wenn ich nicht recht hatte und die Welt durch etwas anderes zerstört wurde?

Ende