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Hamster Hugo

Hallo ich bin Hugo, der Hamster. Ich habe graue Haare und einen weißen Bauch. Mein Lieblingsessen sind Mehlwürmer und Sonnenblumenkerne. Hamm, lecker! Jeden Morgen kommt mein Mädchen Luna an das Käfiggitter und schaut, was ich mache. Nie habe ich Ruhe. Wieso lässt sie mich nicht schlafen? Wenn sie dann endlich im Bett ist, geht mein Tag so richtig los. Erst mein Frühstück fressen. Dann kommt das Sportprogramm dran. Erst mal ins Laufrad, durchs Stroh und Heu flitzen.
Eines Tages, als Luna im Stress war, weil sie verschlafen hatte, wollte sie mir noch Futter geben, aber dafür war nicht mehr so richtig Zeit. Sie hat es trotzdem gemacht. Dabei vergaß sie allerdings, das Gittertor zu zumachen. Ich überlegte nicht lange, obwohl ich es bei ihr gut hatte. Ich wollte doch auch mal was anderes sehen, wenn ich schon die Möglichkeit hatte, und beschloss in die Freiheit abzuhauen.
Als ich aus dem Käfig raus war, musste ich mich erst mal orientieren, wo ich überhaupt lang musste. Aber dann plötzlich klingelte es. Da kam Luna noch mal zurück, um ihren Sportbeutel zu holen. Ich nutzte die Chance und rannte, so schnell ich konnte, zur Tür raus. Ich dachte, erst mal raus und dann weitersehen.
Doch das war keine gute Idee. Kaum draußen, lauerten schon die ersten Gefahren, von denen ich nichts ahnte. Oh, wie riesig alles war. Die großen Häuser, große Menschen, rasende Autos – wäre ich doch bloß nicht weg gelaufen. Was sollte ich denn jetzt tun?
Plötzlich kam ein kleiner Junge mit seiner Mama vorbei.
„Mama guck mal. Was ist denn das?“
„Komm schnell weiter, wir haben keine Zeit.“
„Aber Mama, guck doch mal, das kleine Tier, das sieht so traurig aus.“
„Oh ein Hamster, wie ist der denn hierhergekommen?“
„Darf ich ihn mitnehmen?“
„Na ja, ich weiß nicht. Der ist bestimmt weggelaufen. Komm jetzt, wir müssen weiter.“
„Oh, mein Schuh ist aufgegangen.“
Der Junge bückte sich und seine Mama lief schon weiter. Da nutzte der Junge die Gelegenheit und griff nach mir und steckte mich heimlich in seine Jackentasche, in der noch ein paar Krümel Erdnüsse waren.
Ich bekam einen Schreck. Doch ich hatte es warm und konnte leckere Nüsse fressen. Auf einmal wurde ich richtig müde und schlief in der kuscheligen Tasche ein.
Nach einiger Zeit griff mich die Hand des Jungen. Ich hatte ganz schön Angst und zitterte.
Da sagte der Junge zu mir: „ Du brauchst keine Angst zu haben. Ich tue dir nichts, mein kleiner Freund.“
Der Junge fragte seine Mama, ob er einen leeren Schuhkarton bekommen könnte.
„Wofür brauchst du den denn?“
„Ach nur so, für meine Lego-Sachen.“
Als er den Karton dann hatte, nahm er mich und gab mir in meinem neuen Zuhause etwas zu fressen und zu trinken. Aber ich hatte gar keinen Appetit. Als der Junge vom Abendessen kam, sah er, dass ich nichts gefressen und auch nichts getrunken hatte. Da machte der Junge sich Sorgen um mich. „Wenn du doch nur sprechen könntest, dann wer die Welt einfacher.“
Da piepste ich leise: „Kann ich doch.“
Der Junge bekam so einen großen Schreck, dass er beinah vom Stuhl fiel. „Hast du grade was gesagt?“
„Ja“, habe ich geantwortet.
„Wie heißt du denn?“, fragte mich der Junge.
„Na Hugo“, piepste ich zurück.
Der Junge sagte: „Und ich bin der Julius. Warum frisst du denn nichts. Gefällt es dir nicht bei mir?“
„Doch schon.“
„Und wieso bist du von zu Hause abgehauen?“, fragte Julius.
„Ich wollte mal was anderes machen, als immer nur in dem langweiligen Käfig zu sein. Aber dann habe ich doch gemerkt, dass es draußen nicht so gut ist, weil es so laut ist, die Autos brummen, sind schnell und stinken. Dann gibt es da noch die Menschen. Da muss man echt aufpassen, dass sie nicht dich überlaufen mit ihren großen Schuhen.“
„Ja genau, aber dann habe ich dich ja gerettet.“
„Zum Glück, ich vermisse aber mein Mädchen Luna.“
„Das kann ich verstehen.“
Julius beschloss doch zu seiner Mama zu gehen, und es ihr zu sagen. „Du Mama, ich muss dir was sagen.“
„Hast du was angestellt?“, fragte seine Mama gleich.
„Du kannst dich doch noch an den süßen Hamster erinnern. Ich hab‘ ihn doch mitgenommen. Er sitzt im Schuhkarton. Aber stell dir mal vor, der kann sogar sprechen.“
„Ach, erzähl doch keinen Unsinn. Es gibt keine sprechenden Hamster.“
„Komm mit, ich zeig es dir.“
Julius und seine Mama kamen zu mir und Julius wollte, dass ich mit seiner Mama spreche. Doch ich traute mich nicht. Julius sagte, dass es nicht schlimm sei und streichelte mir den Rücken. Das fühlte sich gut an.
„Was du dir nur immer ausdenkst, Julius – sprechende Hamster.“
Als Julius‘ Mama aus dem Zimmer war, konnte ich wieder sprechen.
Ich fragte Julius, ob er mir nicht helfen könnte, dass ich Luna wieder finden kann.
Da sagte Julius: „Ich glaube, wir machen erst mal einen Steckbrief von dir und hängen den dann an jeden Laternenmast, ok?“

Suche Luna
Name: Hugo Hamster
Augenfarbe: braun
Haarfarbe: grau mit weißem Bauch
Wohnort: bei Luna
Wo du mich findest: Familie Schlau, Hinter den Bergen 100, Hamburg

„Wenn ich von der Schule komme, hänge ich die Zettel gleich auf“, sagte Julius.
Eine Woche später hat sich tatsächlich jemand gemeldet. Ein kleines Mädchen in Julius´ Alter. Julius´ Mama kam ins Zimmer und sagte, dass sich ein Mädchen vorgestellt hat und um 16 Uhr vorbei kommt. Ich konnte es kaum erwarten und piepste vor Aufregung.
Als es dann 16 Uhr war, klingelte es an der Tür, und ich hörte Julius´ Mama sagen: „Du kannst hoch gehen.“
Mein Herz pochte immer schneller und schneller, als die Tür von Julius´ Zimmer aufging. Endlich kam sie rein. Da rief sie: “Mein Zuckerstück, Hugo, da bist du ja! Wieso bist du weggelaufen? Ich bin so froh, dass ich dich wieder habe, mein Engel.“
„Ist das Luna?“, fragte mich Julius.
„Ja, das ist Luna.“
Ich freute mich so sehr, sie zu sehen. Ich dachte, ich sehe sie nie wieder. Später kam auch noch Julius´ Mama rein. Sie wunderte sich, weil ich so piepste. Ich freue mich so sehr, Luna zu sehen.
„Jetzt ist es wohl Zeit, Abschied zu nehmen“, sagte sie.
„Julius, du kannst ihn jederzeit besuchen kommen“, sagte Luna.
Und so habe ich Hugo, der Hamster, wieder zu Luna gefunden.
Julius kam immer wieder zu Besuch, und nach und nach wurden er und Luna die besten Freunde. Am schönsten ist, dass sie immer mit mir spielen.