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Hörakustikerin: Beruf mit Zukunft: Schwerhörige wird es immer geben

von Zaheeda Mousa

Schon mal darüber nachgedacht, deine Vorstellungen von einem Traumberuf zu ändern? Wie wäre es mit Hörakustiker/in?

Einen sicheren Zukunftsberuf möchten wir alle haben. Jeder hat auch schon einmal die Angst gehabt, einen Beruf zu haben, den es nach ein paar Jahren nicht mehr gibt. Was dann?
Vor mir sitzt S.H. Sie sagt: „Als Hörakustiker/in sollte man keine Angst vor der Abschaffung von Berufsfeldern und einer Jobübernahme durch Roboter und künstliche Intelligenz haben. Der Beruf der Hörakustikerin wird immer zukunftsorientiert bleiben, denn Schwerhörige und hörgeschädigte Patienten werden immer zahlreicher. Aufgrund des Hörens lauter Musik und technischer Neuerungen, wie beispielsweise leistungsstarker Kopfhörer, werden die Patienten immer jünger“, so S.H. Wir Jugendlichen sollten uns also gehörig Sorgen machen.

Die Hörakustikerin S.H. hat auch zur Beginn ihrer Berufswahl nach dem Abitur überlegt, als was sie in Zukunft arbeiten möchte. Da sie nicht wusste, wie es weitergehen sollte, war das BWL-Studium ihre Notlösung. S.H.: „Es ist schwierig zu entscheiden, was man lebenslang machen möchte. Deswegen folgt man der großen Masse.“ Und das ist es, was S.H. zunächst selbst gemacht hat. Sie wollte BWL studieren, „weil die meisten das machen wollten“. Recherche, Praktika und intensive Suche haben ihr dann jedoch den Zukunftsberuf Hörakustikerin nahegebracht. „BWL wäre mir zu trocken gewesen“, sagt S.H. heute. „Ich würde meinen Beruf als Hörakustikerin immer wieder wählen. Ich bin zufrieden mit meinem Job.“
Der Beruf einer Hörakustikerin verlangt viel Mobilität. „Man muss sich“, so S.H., „auf Menschen einlassen können und auf technische Neuerungen.“ Der Beruf ist vielseitig und anspruchsvoll. Es kommen Menschen, die behandelt, beraten und informiert werden wollen.

Die Begegnung mit S.H. lässt deutlich werden, dass diese Menschen bei ihr an der richtigen Stelle sind. Auf alle Fragen, die ihr gestellt werden, geht sie lebhaft ein. Sie besitzt das Talent, auch komplizierte Fragen verständlich zu beantworten.
Wie arbeitet man mit besonders schwierigen Patienten? „In besonders schweren Fällen, nämlich mit extrem Schwerhörigen, muss man auch einmal laut werden.“ „ Man muss“ so S.H., „auf jeden Fall Geduld haben, muss sich mehrmals wiederholen“. Seit 2006 arbeitet unsere Gesprächspartnerin in ihrem Beruf. Seitdem gab es auf ihrem Gebiet viele technische Innovationen. Man müsse, führt S.H. aus, sich auf neue Entwicklungen einstellen. Diese Entwicklung wird sich in Zukunft fortsetzen.

S.H. ist eine neugierige Person. Sie interessiert sich für Menschen und technische Apparate. Sie habe, erwähnt sie, eine Berufskrankheit. Sie versucht immer herauszubekommen, welches Fabrikat von Hörgeräten die Menschen, denen sie zufällig begegnet, benutzen. Sie achtet anscheinend besonders auf die Ohren.

Tatsächlich gilt ihr Interesse jedoch all den Menschen, denen sie helfen kann. Das wäre in einem Büro-Job nicht der Fall. Ihre Arbeit als Hörakustikerin bereitet den Menschen Freude und steigert ihre Lebensqualität. Das gilt auch für sie selbst.