shadow

SJ: „Ich weiß nicht ob man es Mut nennen kann, aber selbstbewusst war ich schon“

Isabella Sequeiros Murillo

„Früher dachte ich beim Thema Mut an einen Helden, wie Superman oder einen Bodybuilder, doch heute stelle ich mir darunter nichts anderes vor als eine kleine, dünne und unscheinbare Person mit Brille“, sagt der groß- und sportlich gebaute Ende 50 jährige S.J..

Sein Alter sieht man ihm weniger an. Er hat ein Junges Aussehen und ist voller Motivation. Mit einer lockeren und freundlich- entgegenkommenden Art. Ein sehr offener Mensch der sich in seinem Leben und vor allem in seinen verschiedenen Berufsleben oft mit dem Thema Mut beschäftigt hat. Dass S.J in jungen Jahren Soldat war, sieht man ihm abgesehen von seiner sportlich-dünnen Statur allerdings gar nicht an. Er hat keine aufrechte Gerade Haltung noch ist er steif oder streng.

S.J erzählt von der ersten Mutsituation, noch vor seinem Berufsleben als Soldat, in einer aufgelockerten und entspannten Haltung.

Er ist zurückhaltend bei Situationen, die er nicht einschätzen kann. „Menschen müssen sinnvoll Mutig sein um etwas zu bewegen“ sagt S.J. Bei einer Schlägerei würde er nicht zwischen gehen, denn das bringe nichts. Er würde eher für Aufmerksamkeit anderer Personen im Umfeld sorgen um so mehr zu erzielen.

Seine Abiturfeier feierte er gemeinsam mit 80 weiteren Abiturienten im Stadtpark in Hamburg. „Wie in vielen Abifeiern haben wir laut Musik gehört und lärm gemacht“. Eine Gruppe mit ungefähr 20 leuten näherte sich ihnen und sorgte für Stress. „Plötzlich waren wir nur noch 6 von 80“. Die anderen Abiturienten sind weggelaufen, sodass nur noch ein kleiner Teil der insgesamt 80 Abiturienten übrig blieb. „Ich war einer davon, der blieb“ erzählt S.J. Er hatte den Mut zu bleiben und war sich sicher, dass er sich von ihnen nichts sagen lassen würde.“Doch ich hatte schreckliche Angst“. Zwischen den 6 übrig gebliebenden Abiturienten und der Gruppe entstand eine ernste Rangelei und so sagt S.J grinsend „Gut, wir bekamen zwar Schläge und ich endete im Krankenhaus aber ich bereue es nicht da geblieben zu sein“.

Nach dem Abitur bildete er sich zum Soldaten aus und war Offizier. SJ war mit seinem ersten Berufsleben aufgrund von Schwierigkeiten mit Vorgesetzten nicht glücklich und stand vor der großen und mutigen Entscheidung zu kündigen. Damit ist er ein Risiko eingegangen denn dabei stellt sich einem die Frage, welche Entscheidung vorteilshaft für dei Zukunft ist.. „Man muss Situationen Vergleichen in denen man unzufrieden ist“. Denn „Ich habe es versucht“, ist besser als „Ich habe es geahnt aber habe mich nicht getraut“. So ist S.J mit 34 Jahren aus seinem Amt als Soldat ausgestiegen und befindet sich heute im Bereich der okölogsichen Technik.

S.J hat nach seinem Ausstieg als Soldat, eine Ausbildung in Wirtschaftswissenschaften absolviert und ist jetzt Diplomkaufmann. Gemeinsam mit einem Freund hat er Geld gespart und ist in die Firma „Free-Freeze“ eingesteigen. „Ich hab mein ganzes gespartes Geld in die Firma investiert mit dem Risiko, dass die Firma nicht überlebt und ich das Geld umsonst investiert habe“. Heute hat der 4-facherVater mehr Zeit für seine Ehefrau, Familie und macht gerne Sport oder geht Jagen.

„Soldaten sind nicht mutiger als andere“ sagt der ehemalige Offizier. „Jeder ist mutig wenn er die eigene Angst akzeptiert und lernt damit umzugehen“. Er ist der Meinung dass von jedem, jeden Tag Mut gezeigt werden kann. Man ist verpflichtet etwas zu tun und selbst in die Hand zu nehmen, „Das muss man nur üben“.

„Hinter dem Lap-Top eine böse Nachricht schreiben ist kein Mut“. Auch als Geschäftsmann und Führer einer Firma spielt Mut eine große Rolle. Oft geschehen Auseinandersetzungen nicht persönlich, sondern feige in digitaler Entfernung. Erst wenn man dem jenigen, mit dem die Auseinandersetzung besteht gegenübersteht und in die Augen guckt, erst dann kann man für SJ von Mut reden.

„Nur der jenige kann Mutig sein, der auch Angst hat“, sagt S.J. Mut steht für ihn wesentlich in Verbindung mit Angst und dessen Überwindung. „Denn nur wer seine Angst überwindet, kann Mutig sein“.

An Situationen, wo er nicht mutig gewesen ist, erinnert sich S.J nicht. „Man erinnert sich an die schönen Momente und Angst ist kein schöner Moment“. Er müsse lange darüber nachdenken, um sich an eine Situation zu erinnern wo er nicht mutig gewesen ist. “ Deswegen blendet man Situationen wo man nicht mutig gewesen ist einfach aus“, fügt S.J hinzu. „Aber Ich denke man wünscht sich selber etwas standfester im Leben zu sein“