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Wahre Freundschaft

Diese Geschichte handelt von zwei besten Freunden. Sie kennen sich schon ihr Leben lang. Sie teilten sich ihre Kindheit und ihre Schulzeit. Sie lebten in einer kleinen Stadt in Konya, wo jeder jeden kannte. Sie unterschieden sich nur in einem Punkt. Hasan war der Schlauere von ihnen, und Osman war sehr naiv und leichtgläubig. Eines Tages stellte Osman Hasan seine Verlobte vor. Doch Hasan nahm ihn um die Ecke und machte ihm deutlich, dass er, Hasan, auch in sie verliebt sei und bat Osman, sie ihm zu überlassen und die Verlobung aufzulösen. Osman willigte ohne zu überlegen ein, da die Freundschaft zwischen ihnen so stark war, dass eine Frau sie nicht zerstören konnte.

Mehrere Tage vergingen und Hasans Geschäfte liefen nicht so gut. Er bat Osman um etwas Geld, das er sich leihen könnte. Osman gab ihm das Geld, da ihm die Freundschaft zwischen ihnen als Überzeugung dafür reichte, dass Hasan es zurückzahlen würde.

Mehrere Monate vergingen und Hasans Geschäfte verbesserten sich mehr und mehr, dafür verschlechterten sich die von Osman. Osman überlegte sich, was er tun könnte und kam zu dem Entschluss, dass er seinen besten Freund Hasan um einen Job bitten könnte. Als er dies tat, gab ihm Hasan jedoch keinen Job und begründete dies auch nicht.

Osman war sehr traurig und verletzt. Sein bester Freund hatte ihn all die Jahre nur ausgenutzt. Als er zum Bahnhof ging, um die Bahn nach Hause zu nehmen, sah er einen alten Mann, der auf dem Boden lag. Ohne lang zu überlegen half Osman ihm. Der alte Mann bedankte sich bei ihm und erklärte ihm, dass er Medizin brauchte, sonst könne er nicht mehr weiter leben. Osman kaufte ihm die Medizin und nahm ihn mit zu sich nach Hause. Osman fragte den alten Mann, ob er Familie habe, worauf er die Antwort „nein“ bekam. Osman schlug ihm vor, bei ihm zu leben, da er auch alleine lebte. Er würde sich immer um den alten Mann kümmern. Doch nur wenige Tage vergingen, bis der alte Mann starb. Die Medizin half ihm nicht mehr viel. Es stellte sich heraus, dass der alte Mann sehr reich war und in seinem Testament Osman als Erbe seines ganzen Reichtums erwähnte.

Osman war sehr froh, aber auch sehr traurig, da der alte Mann nicht mehr lebte. Osman kaufte sich ein sehr großes und schönes Haus. Dieses Haus stand genau neben dem Haus seines besten Freundes. Osman wollte ihm damit zeigen, dass er es auch ohne seine Hilfe vorwärts geschafft hat.

Als Osman spazieren ging, fand er eine alte Frau am Straßenrand, die sehr dreckig und verhungert aussah. Osman half ihr, indem er sie wusch und ihr Nahrung gab. Während die Frau aß, fragte er sie, ob sie eine Unterkunft habe, und sie antwortete ihm mit „nein“.

Ohne zu überlegen sagte er ihr, dass das Haus viel zu groß für nur eine Person sei, und dass er nicht kochen kann. Er schlug ihr vor, mit hm zu leben, und sie willigte ein. Sie lebten eine sehr lange Zeit friedlich zusammen. Oman sah in ihr eine neue Mutter und fühlte sich nicht mehr alleine. Die alte Frau sagte zu Osman, dass es Zeit wäre zu heiraten und schlug ihm ihre Tochter vor. Sie beschrieb ihm, dass sie sehr hübsch sei und eine sehr gute Schule im Ausland besucht hat. Er war damit einverstanden, und sie trafen sich. Sie verliebten sich direkt auf den ersten Blick.

Als sie alle drei zusammen die Hochzeit planten, überlegte Osman sehr lange, ob er seinen ehemaligen besten Freund auch eine Einladung schicken solle. Seine Geliebte überredete ihn dazu, indem sie ihn davon überzeugte, dass die Freundschaft zwischen ihnen nie ausstirbt.

Der Sommer kam und die Hochzeit war schon in vollem Gang. Plötzlich ging Osman auf die Bühne und fing an zu erzählen: „Wisst ihr, ich hatte mal einen sehr guten Freund, wir kannten uns unser Leben lang. Wir haben uns unsere guten und schlechten Tage immer geteilt und zusammen verbracht. Eines Tages wollte er meine Verlobte von mir, womit ich einverstanden war, weil wir beste Freunde waren. Dann wollte er Geld von mir, und ich gab ihm Geld. Doch als ich Arbeit gebraucht hatte, gab er mir keine, was mir das Herz brach. Ich dachte, dass er mich als Freund nur ausgenutzt hat. Aber solche Freunde waren wir wohl doch…“, bevor er zu Ende sprechen konnte, kam ein Mann auf die Bühne gerast. Es war Hasan. Er nahm Osman das Mikro aus der Hand und fing auch an zu erzählen: „Wisst ihr, ich hatte auch mal einen sehr guten Freund. Er hatte eines Tages eine Verlobte, die er mir vorstellte. Doch jeder kannte seine Verlobte als eine hinterhältige Person, deswegen tat ich so, als ob ich auch in sie verliebt wäre und verlangte sie von ihm, da sie es nicht wert war, meinen besten Freund zu heiraten. Als er dann von mir einen Job wollte, wollte ich ihm keinen geben, da ich es nicht aushalten konnte, dass mein bester Freund für mich arbeiten würde. Und wenn ich ihm eine höhere Stellung angeboten hätte, hätte er sie wegen seinem Stolz abgelehnt.

Wenn ich ihm Geld gegeben hätte, hätte er es auch abgelehnt, da er nur selbst erarbeitetes Geld akzeptiert. Der alte Mann, den er auf der Straße getroffen hat, war mein Vater. Ich bat ihn, dass er sein ganzes Erbe auf meinen Freund überträgt, wenn er nicht mehr wäre.

Die Frau, die er bei sich aufnahm, das war meine Mutter. Ich schickte sie zu ihm, damit er jemanden zum Kochen hat und nicht alleine leben musste. Die Frau, die jetzt neben ihm steht und mit ihm ihr Leben teilen wird, ist meine Schwester. Ich nahm ihm seine Verlobte und gab ihm keinen Job. Dafür gab ich ihm meine Familie, genau solche Freunde sind wir.“

Osman fing an, in Tränen auszubrechen und umarmte Hasan.